Magazin, Frankreich 2026
(1) Amazonien, der Schriftsteller des Urwalds
In der feuchten Hitze des brasilianischen Regenwaldes schufteten Männer Tag und Nacht, um Kautschuk zu gewinnen, unter ihnen auch der portugiesische Schriftsteller José Maria Ferreira de Castro. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts war er einer der Tagelöhner, die als Kautschukzapfer ausgebeutet wurden. Die Erfahrung von Schmerz, Hunger, aber auch Solidarität prägten ihn sehr und er verarbeitete sie in seinem bekanntesten Roman "A Selva" ("Die Kautschukzapfer"). José Maria Ferreira de Castro gilt als ein Vorläufer des portugiesischen Neorealismus.
(2) Zypern, die Trennlinie überwinden
In Nikosia auf der Insel Zypern werden Fußballspiele unter Wachtürmen ausgetragen, denn die letzte geteilte Hauptstadt der Welt durchzieht eine als "Grüne Linie" bezeichnete Grenze. Seit dem Putsch der Nationalisten im Jahr 1974 teilt eine etwa 180 Kilometer lange Demarkationslinie ganz Zypern in zwei Hälften. Im Wunsch nach Versöhnung bemühen sich die Bewohner entlang dieser Pufferzone, trotz der Erinnerung an den Konflikt, wieder zusammenzufinden.
Originaltitel: Invitation au voyage
| Moderator | Linda Lorin | |