Reportage, Deutschland 2017
Hupen, drängeln, fluchen - Hamburgs Straßen gelten als gefährliches Pflaster. Die NDR Nordreportage begleitet PKW-Lieferanten, Rad-Kuriere, Polizei und Fußgänger bei ihrer Odyssee durch den dichten Verkehrs-Dschungel. Wo gilt das "Recht des Stärkeren", wie tief sind die Gräben und woran hakt es an den derzeit gefährlichsten Kreuzungen?
In den vergangenen zehn Jahren ging die Zahl der Verkehrsunfälle in Hamburg insgesamt leicht zurück. Jene mit Fahrrädern hingegen stiegen deutlich an: Allein 2025 starben elf Radfahrer auf Hamburgs Straßen - mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten der Hansestadt. Fünf von ihnen wurden von abbiegenden Fahrzeugen übersehen, darunter ein siebenjähriger Junge, der im März 2025 von einem Müllwagen überrollt wurde. Zwei weitere Radfahrer, darunter die bekannte Schauspielerin Wanda Perdelwitz, kamen bei sogenannten Dooring-Unfällen ums Leben. Im Februar dieses Jahres starb ein 63-Jähriger in Moorfleet, erfasst von einem abbiegenden Lkw. Im April wurde ein elfjähriger Junge in Wilstorf überrollt. Die Polizei will alle Verkehrsteilnehmer noch stärker für Gefahrenquellen sensibilisieren. Die Politik wiederum weg von autozentrierter Städteplanung - sie setzt auf "Holländischen Griff", Abbiege-Assistenten und Pop-up-Bikelanes. Wie weit ist die Verkehrswende? Wo ist derzeit einfach zu wenig Platz auf Hamburgs Straßen? Können Schwerpunktkontrollen und Fahrsicherheitstrainings die Lage verbessern?
Stau- und Unfall-Hotspot Hamburg: An der Kreuzung Grindelallee wurden in fünf Jahren 136 Unfälle registriert. An der Sternbrücke in Altona streiten Senat und ADAC über die Reduzierung von vier auf zwei Fahrspuren - bei täglich 24.000 passierenden Fahrzeugen. Neue Radwege nun an der Reeperbahn: Das macht es für alle Verkehrsteilnehmer viel enger. Bahnhöfe, Außenalster und Kennedy-Brücke gelten als besonders gefährlich.
Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr Fahrräder als Einwohner, der Radverkehr ist um rund ein Drittel gestiegen - doch zwei Drittel der Radfahrer haben noch immer große Sorge, sich durch den täglichen Wahnsinn im Straßenverkehr zu manövrieren. Die Pläne zur "Fahrradstadt" sind ins Stocken geraten - Hamburg fällt laut aktueller Statistiken hinter Frankfurt, Hannover und Bremen zurück. Der ADFC kritisiert u.a. mangelnde Infrastruktur und zu wenige Lkw-Abbiege-Kontrollen. Bringen Mindestabstände, Tempo-Limits und smarte Zebrastreifen Hamburg zurück in die Spur?
Vorfahrt für Radfahrer? Für sie ein No-Go. Fußgänger fühlen sich in den oft hitzigen Grabenkämpfen zwischen Rad- und Autofahrern häufig übersehen. Vor allem in Park- und Wiesenanlagen Hamburg wächst der Widerstand der vermeintlich "Schwächsten" im Straßenverkehr. Sie fordern vehement mehr Rücksicht der Radfahrer ein - vor allem, weil mittlerweile jedes zweite verkaufte Fahrrad einen Motor hat. Das führt zu mehr Tempo und damit auch größerer Gefahr. 2025 verunfallten insgesamt rund 1.300 Fußgänger.
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Hupen, drängeln, fluchen: Hamburgs Straßen gelten als gefährliches Pflaster. "Die Nordreportage" begleitet Pkw-Lieferanten, Fahrradkuriere, Polizei und Fußgänger bei ihrer Odyssee durch den dichten Verkehrsdschungel. Wo gilt das "Recht des Stärkeren", wie tief sind die Gräben und woran hakt es an den derzeit gefährlichsten Kreuzungen?
In den vergangenen zehn Jahren ging die Zahl der Verkehrsunfälle in Hamburg insgesamt leicht zurück. Jene mit Fahrrädern hingegen stiegen deutlich an: Allein 2025 starben elf Radfahrer auf Hamburgs Straßen, das ist mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten in der Freien und Hansestadt. Fünf von ihnen wurden von abbiegenden Fahrzeugen übersehen, darunter ein siebenjähriger Junge, der im März 2025 von einem Müllwagen überrollt wurde. Zwei weitere Radfahrer, darunter die bekannte Schauspielerin Wanda Perdelwitz, kamen bei sogenannten Dooring-Unfällen ums Leben. Im Februar 2026 wurde ein 63-Jähriger in Moorfleet von einem abbiegenden Lkw erfasst. Im April wurde ein elfjähriger Junge in Wi [...]
| Von | Timo Gramer | |
| Redaktion | Arne Siebert, | |

Unfall-Hotspot Parkanlagen: Hier wächst der Widerstand der Fußgänger gegen den geduldeten Radverkehr