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Mo, 30.11.
0300 – 0345

ZDF

Die Geschichte der Deutschen
Pest und Profit

Wissenschaft, Deutschland 2026

Eine Pandemie erschüttert ab 1347 Europa. Rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung stirbt am "Schwarzen Tod". Und viele sehen in den Juden die Schuldigen. Das Spätmittelalter erscheint uns oft als eine Krisenzeit: Unwetter, Missernten, Seuchen. Doch in den entvölkerten Landstrichen pulsiert schon bald neues Leben. Der Handel wächst, Universitäten öffnen und von den Kirchtürmen verkünden jetzt Uhren die neue Zeit. Der 21. März 1349 wird zum Schicksalstag für die jüdische Gemeinde in Erfurt. Noch bevor die Pest die Stadt erreicht, löscht eine tobende Menge die jüdische Gemeinde der Stadt aus. Über 600 Jahre später werden kostbare Besitztümer entdeckt, vergraben im Keller eines wohlhabenden jüdischen Geschäftsmannes. Hat er sie angesichts der drohenden Gefahr dort verborgen? Wie konnte es so weit kommen in Erfurt? Und welche Schuld trifft den Rat der Stadt, der sich nicht schützend vor die Juden stellt, sondern von ihrer Ermordung profitiert, da er sich ihr Vermögen aneignet und sogar Schulden eintreibt, die den Opfern gehörten? Die Mordtat schützt Erfurt nicht vor der Pest, wie manche im Wahn geglaubt haben mögen. Ein Jahr später reißt die Seuche rund die Hälfte der Stadtbevölkerung in den Tod. Als das schlimmste Wüten der Epidemie abklingt, ist die Welt eine andere. Ganze Dörfer werden aufgegeben und verfallen. Und doch ist dies keineswegs nur eine finstere Epoche. Immer mehr Menschen gehen in die Städte, wo dringend Arbeitskräfte gesucht und nun auch bessere Löhne gezahlt werden. So wie in Lüneburg, Mitte des 15. Jahrhunderts. In den zahlreichen Siedehütten rund um die Solequelle wird Salz gewonnen. Das bringt viel Geld in die Hände von reichen Unternehmern wie Johann Springintgut, der Ratsherr und Bürgermeister seiner Heimatstadt wird. Gearbeitet wird nach der Uhr, ein ganz neuer Umgang mit Zeit beginnt. Das Salz aus Lüneburg wird über Lübeck nach Schonen im heutigen Schweden gebracht. Aus Salz und Hering wird dort ein neues Produkt, und Lüneburg ein Global Player - als Teil des größten Handelsnetzwerks Europas, der Hanse. Am Ende des Mittelalters steht eine neue Welt: Universitäten werden zu Orten des Humanismus, zu Keimzellen intellektuellen Aufbruchs, neuen Wissens, neuer Bildung. Schauspieler Matthias Brandt führt die Zuschauer als Zeitreisender in diese widersprüchliche Epoche. Aufwändige Spielszenen werden kombiniert mit dokumentarischen Drehs an historischen Schauplätzen wie der Alten Synagoge in Erfurt und der Lüneburger Saline.

Weitere Ausstrahlungstermine

Sonntag 29.11. 19:30 Uhr
ZDF

Personen

Von Tamar Baumgarten, Christian Twente

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