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Do, 22.10.
2215 – 2300

WDR

Menschen hautnah

Gesellschaft und Soziales, Deutschland 2026

"Viele Menschen denken, ich sei dumm. Dabei bin ich nicht dümmer als andere," erklärt Jennifer Springer, Lehramts-Studentin aus Köln. Im Alter von 32 Jahren veränderte ein Schlaganfall ihr Leben: Von einem Moment auf den anderen verliert die lebensfrohe und selbstbewusste junge Frau die Kontrolle über ihren Körper - und ihre Sprache. Seitdem stottert sie. Für die heute 34-Jährige bedeutet das nicht nur eine alltägliche Herausforderung, sondern auch eine tiefgreifende Erschütterung ihres Selbstbilds. Monatelang muss sie nicht nur mühsam ins Leben zurückfinden, sondern auch das flüssige Sprechen neu lernen. Im Alltag erfährt sie viel Ablehnung und Demütigungen, wenn sie sich nicht schnell genug ausdrücken kann. Sie entwickelt Ängste: vor dem Einkaufen beim Bäcker, vor dem Bahnfahren oder davor, mit fremden Leuten zu sprechen. Doch Jenni will den Mut nicht verlieren, sie geht zurück an die Uni, um ihr Masterstudium zur Deutsch- und Erdkundelehrerin abzuschließen. Dafür muss Jenni ein Praxissemester an einer Kölner Gesamtschule absolvieren und dort auch unterrichten. In diesem halben Jahr wird sich ihre berufliche Zukunft entscheiden. Denn gerade wenn es laut ist, stottert sie deutlich mehr. Parallel therapiert Jenni ihr Stottern bei einem deutschlandweit einmaligen Projekt: der Bonner Stotter-Therapie. Macht sie genug Fortschritte, bis sie alleine vor einer Klasse stehen muss? Und wie verhält sie sich, wenn Schüler sie nachäffen oder auslachen?

Personen

Von Renate Werner
Redaktion Christiane Mausbach

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