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Do, 15.10.
1400 – 1500

NDR

die nordstory
Phoenix aus der Elbe - Die 7 Leben des Hamburger Lotsenschoners

Land und Leute, D 2013

Die Katastrophe Am 8. Juni 2019 war die lange Geschichte, so schien es, definitiv zu Ende. Der Lotsenschoner "No. 5 ELBE" kollidiert auf der Elbe mit einem Containerschiff, kann noch ans Ufer geschleppt werden, sinkt vor Stadersand. Zum Glück gibt es keine Opfer. Aber um das Schiff ist es geschehen. Oder etwa nicht? Der Stolz von Hamburg 1883 in Hamburg gebaut, 37 Meter lang, zwei Masten, sieben Segel: Der Lotsenschoner war eines der schnellsten und robustesten Holzschiffe, die je im Auftrag der Freien und Hansestadt gebaut wurden und in ihren Diensten fuhr: Mehr als 40 Jahre lang und bei jedem Wetter brachte der Lotsenschoner die Elblotsen in der Deutschen Bucht auf die großen Schiffe, Großsegler, die nach Hamburg fuhren. Als alle Segler in den 1920er-Jahren durch Dampfschiffe ersetzt wurden, schien auch die Zeit von "No. 5 ELBE" abgelaufen. Er lag in Hamburg auf, ein zweiter Einsatz als Ausflugsschiff unter dem Namen "WANDERVOGEL" scheiterte. Aber 1929 kam ein Amerikaner nach Hamburg, kaufte und rettete den Schoner vor der Abwrackwerft: Warwick M. Tompkins. Kap Hoorn Ein paar Jahre später wollte dieser Tompkins mit der Familie, mit Frau und zwei kleinen Kindern, um Kap Hoorn nach Kalifornien segeln. Ein abenteuerliches, ein riskantes Unternehmen: es gelang! 1936/37 steuerte Tompkins den Lotsenschoner, der jetzt "WANDER BIRD" hieß, um die sturmumtoste Spitze Südamerikas und begleitete das halbjährige Unternehmen mit der Kamera, seine Aufnahmen sind Teil dieser "nordstory". Angekommen an der US-amerikanischen Westküste wurde die San Francisco Bay zum Heimathafen des Schoners, die Kinder wuchsen hier auf. Im Mai 2026 kommt der heute 94-jährige Sohn noch einmal nach Hamburg, um Abschied vom Schiff seiner Kindheit, seines Lebens zu nehmen. Zurück in Hamburg Nach vielen weiteren Wirrungen, Wenden und Halsen kaufte die Stiftung Hamburg Maritim den Lotsenschoner 2002 aus Seattle zurück, restaurierte ihn zum Aushängeschiff der Stadt. Der Verein, der ihn anschließend betrieb, bereiste Nord- und Ostsee und immer wieder die Elbe, als Botschafter Hamburgs, bis zum 8. Juni 2019: der Tag des Untergangs. Wiederaufbau Und nun? Aus diesem Fastwrack wieder ein Schiff machen? Wie viele Rückschläge kann es geben? Wie oft muss man in die Hände spucken? Aber natürlich haben sie wieder von vorn angefangen! Dieses Schiff ist so viel mehr als ein Hobby! Zuerst wird das, was von ihm übrig ist, gehoben, bekommt erste Hilfe auf der Werft, dann beginnt ein mühsamer jahrelanger Wiederaufbau "zu Hause" im Hamburger Hansahafen. "Eingetreten bin ich, weil ich segeln wollte", sagt Vereinsmitglied Dirk Kühne und schleift, lackiert, entfugt, Sonnabend für Sonnabend, Jahr um Jahr. "Es ist doch ein Holzschiff", sagt Bootsbauer Enrico Pietanza, meint damit: dann muss man ihm auch helfen und kommt mit Freude Tag um Tag zu seinem so besonderen Arbeitsplatz. Und als das Schiff, die Baustelle, zum ersten Mal wieder besucht werden kann, fragt Sadia Bari, Steuerfrau und Vereinsmitglied, am Ende ihrer ersten Führung nach Jahren die Besucher, ob sie denn wiederkommen. Denn Hilfe können sie ja gebrauchen. Das siebte Leben Der Lotsenschoner hätte schon vor 130 Jahren im Sturm vor Helgoland sinken können, 1925 hätte er in Hamburg abgewrackt, verfeuert werden können. Er hätte an der US amerikanischen Ostküste aufgegeben, vor Kap Hoorn Opfer einer Monsterwelle werden können. Als Wellenbrecher ohne Masten hätte er im Sand der San Francisco Bay genauso versinken können wie am 8. Juni 2019 vor Stadersand. Aber im Spätsommer 2026 schiebt sich ein weißer Schatten vor die Landungsbrücken, zieht die Blicke auf sich. Ja, da ist er! Lotsenschoner "No. 5 ELBE"! Gerade beginnt sein siebtes Leben!

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Von Ulrich Patzwahl

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