Natur und Umwelt, Deutschland 2021
Die südostasiatische Insel Borneo ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt: Während in deutschen Wäldern rund 90 Baumarten leben, gedeihen in den Regenwäldern Borneos bis zu 1.200 Arten auf einem halben Quadratkilometer. Auch die Zahl der Tierarten ist enorm, und jedes Jahr werden neue entdeckt.
Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann allerdings eine beispiellose Vernichtung: Um Holz zu gewinnen und Ackerflächen anzulegen, entwaldete man riesige Gebiete. In manchen Jahren exportierte Borneo mehr Holz als Afrika und Südamerika zusammen. Mit dem Beginn des Palmöl-Booms nahm die Zerstörung noch zu.
Mit der Vernichtung ihres Lebensraumes verschwanden viele Tiere. Das kleine Borneo-Nashorn starb in Malaysia aus, Tiere wie Nasenaffen, Zwergelefanten und Orang-Utans sind stark bedroht.
Der malaysische Bundesstaat Sabah im Nordosten Borneos hat sich für ein Umdenken entschieden. Die berüchtigten Palmölplantagen, denen in den Tropen riesige Urwälder zum Opfer fallen, dürfen nur noch nachhaltig und ohne weitere Waldvernichtung betrieben werden. Ein großer Teil Sabahs steht unter Naturschutz.
Die Menschen in Sabah wollen den Regenwald zurück. Regenwaldbäume werden neu angepflanzt, grüne Korridore aus Bäumen sollen ursprüngliche Waldgebiete verbinden und neue Lebensräume für seltene Tiere schaffen. Der Wald, der auf diese Weise entsteht, wird lange brauchen, bis er wieder das wird, was er einmal war: Regenwald. Aber schon jetzt zieht man neue Erkenntnisse aus der Aufforstung und der Renaturierung.
| Regie | Lara Ariffin, Ulf Marquardt | |

Der Regenwald Borneos ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt: Hier leben geschätzt 15.000 Pflanzenarten.
| Samstag | 10.10. | 06:05 Uhr | arte |
Paradiese aus Menschenhand Hoffnung für den Regenwald? |
Folge 4 |