Infomagazin, Deutschland 2026
Wer wir sind - ist das Schicksal? Die Suche nach dem Kern des menschlichen Wesens ist alt: Während die Antike den Charakter in Körpersäften wie Galle und Schleim zu finden glaubte, versuchte die Phrenologie des 19. Jahrhunderts, Eigenschaften an der Form des Schädels abzulesen. Inzwischen blickt die Wissenschaft tiefer. Persönlichkeit wird als dynamisches Zusammenspiel aus Genetik, neuronalen Netzwerken, sozialen Beziehungen und Umweltbedingungen verstanden.
In der modernen Psychologie dominiert das Big-Five-Modell. Es beschreibt uns anhand von fünf Dimensionen: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Doch wie viel Spielraum haben wir innerhalb dieser Koordinaten? Die Psychologieprofessorin Wiebke Bleidorn von der Universität Zürich erforscht, ob sich Neurotizismus gezielt per App reduzieren lässt.
Dabei ist der Mensch kein isoliertes Projekt. "Die Bedeutung sozialer Einflüsse kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", betont Franz Neyer von der Universität Jena. Unsere Umwelt fungiert als unsichtbarer Architekt unserer Identität. Zwischen dem biologischen Erbe und dem Wunsch nach Optimierung stellt sich die Frage: Wie viel von unserem Ich können wir tatsächlich selbst gestalten - und wo liegen die Grenzen der Selbsterfindung?
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Wie flexibel ist unsere Persönlichkeit? Lange Zeit galt, dass ihre Entwicklung mit 30 Jahren abgeschlossen sei. Inzwischen wissen wir jedoch: Persönlichkeit bleibt ein Leben lang formbar.