Haus/Bauen/Wohnen
Diese Windmühle wollte keiner haben. Nach 40 erfolglosen Besichtigungen schickte der Makler Anke und Andreas deshalb erst mal nur Fotos. Erst wenn sich das Paar wirklich auf das Abenteuer Mühle einlassen will, würde er einen Termin machen. Doch die beiden ließen sich darauf ein.
Gebaut im Jahr 1883 wurde in der Mühle bis 1964 Gerste geschrotet, für die nahe gelegene Brauerei - eines der wichtigsten Gebäude also! Vor dem Verfall gerettet wurde sie noch zu DDR-Zeiten. Das war gar nicht so leicht, denn Baumaterial und Handwerker gab es kaum. Der frühere Mühlen-Besitzer hatte daher viel selbst gewerkelt und sich 1984 vorgenommen, die Mühle zu retten. Den Holzwurm konnte er aber nicht davon abhalten, sich im Gebälk der alten Mühle einzunisten. Das wird in den nächsten zehn Jahren eine der wichtigsten Aufgaben für Anke und Andreas.
Anke und Andreas wohnen im Mühlenturm und im Anbau gleichermaßen. Im Turm sind Küche, ein Bad mit Dusche, Schlafzimmer und das Bastelreich von Anke. Im Anbau ein großes, helles Wohnzimmer mit Esstisch, ein Gästezimmer, ein Jugendzimmer für die Tochter und ein weiteres Bad mit Badewanne. Außerdem ein Wintergarten, der bei Sonne im Frühjahr Wärme in die alte Mühle bringt und als Verbindung zwischen Turm und Anbau dient. So kann man sich auch im Winter oder bei Regen mühelos zwischen beiden Gebäudeteilen bewegen.
Inzwischen sind die beiden wahre Experten für alte Turmwindmühlen, Andreas ist darum auch im Mühlenverein. Allerdings: allein schaffen die beiden die Instandhaltung ihrer Mühle nicht. Man braucht seltene Mühlen-Handwerker, die sich darauf spezialisiert haben, starke Nerven und ganz viel Liebe zur Mühle.
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