Dokumentation, Schweiz 2026
Während weltweit Frauen- und Menschenrechte unter Druck geraten, gilt Island als Gegenmodell: Das Land führt seit Jahren internationale Gleichstellungs-Rankings an.
Und es wird zurzeit auf allen politischen Ebenen von Frauen regiert. Doch auch der Vorreiter ringt weiter um Gleichberechtigung.
Mit einer Präsidentin, einer Regierungschefin und einer weiblichen Parlamentsmehrheit gehört Island zu jenen Staaten mit der umfassendsten politischen Repräsentation von Frauen.
Die Präsidentin Halla Tómasdóttir verweist auf den historischen Frauenstreik am 24. Oktober 1975, der den Kurswechsel Islands einleitete - und macht zugleich deutlich, dass Gleichstellung auch im eigenen Land nicht als erreicht gilt.
Die Forscherin Finnborg Salome Steinþórsdóttir organisiert deshalb gemeinsam mit vielen Frauen einen neuen Streik. Sie warnt zudem vor einem globalen Rückschritt bei Frauenrechten, der über soziale Medien zunehmend auch Island erreicht.
"NZZ Format" blickt in dieses gesellschaftliche Labor der Zukunft. Der Film begleitet Menschen, die diesen Wandel mitgestalten: Finnborg und ihre Mitstreiterinnen, den ehemaligen Fußballprofi Thorsteinn Halldórsson, der sich in einem Podcast radikal mit Männlichkeitsbildern auseinandersetzt, und Daniel, dessen Sohn bereits im Kindergarten lernen soll, dass Fürsorge und emotionale Offenheit Teil von Stärke sind.
Ein Blick auf ein Land, das als Vorbild gilt - und dennoch weiter um Gleichstellung ringt.
| Von | Juliane Tutein | |

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