Dokumentation, Deutschland 2025
Claudio Monteverdi war der Revolutionär und Begründer des Musiktheaters. Den Auftakt machte sein Opernstück "L'Orfeo" zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Statt starrem Singspiel schrieb er ein Stück voller Theatralik, durchdachter Klangdramaturgie und betörenden Koloratur-Arien. Der erste ernst zu nehmende Rekonstruktionsversuch fand 1954 auf teilweise eigenhändig nachgebauten historischen Instrumenten in Wien statt. Im Orchester befindet sich der junge Nikolaus Harnoncourt, der zukünftige Monteverdi-Pionier. Seine eigene Interpretation des "L'Orfeo" sorgt Mitte der 1970er Jahre für eine Renaissance des weitgehend vergessenen Komponisten: Akribisch sucht Harnoncourt Musiker und Musikerinnen alter Instrumente zusammen und vereinte sie zu einem neuen Ensemble. Dessen Darbietung gilt als dramatischer, unmittelbarer und direkter, als es jede Modernisierung gekonnt hätte.
Aber auch der Bühnenbildner Jean-Pierre Ponnelle hatte einen großen Anteil daran: schon als Jugendlicher entwarf er Bühnenbilder zu Monteverdi-Opern - nun verwandelt er die Mythenwelt in ein wildromantisch bis düsteres Schlaraffenland mit antiken Anspielungen. Die sinnenfrohe Inszenierung für die Kamera ist bis heute beeindruckend.
Die Sternstunde wirft den Blick zurück und fragt zugleich nach der Aktualität des Stoffes. Mit dabei sind der Tenor Francisco Araiza, der damals einen Hirten sang und die Schauspielerin Dietlinde Turban, damals als Euridice auf der Bühne zu sehen.
| Regie | Holger Preusse, Philipp Quiring | |

Orfeo (Philippe Huttenlocher, re.) bittet bei Caronte (Hans Franzen, li.) um Einlass in die Unterwelt.
| Sonntag | 22.02. | 17:35 Uhr | arte |
Sternstunden der Musik Menuhin und Karajan spielen Mozart |
||
| Sonntag | 01.03. | 17:35 Uhr | arte |
Sternstunden der Musik Nikolaus Harnoncourt dirigiert Monteverdis L'Orfeo |