Dokumentation, D 2026
Wenn Fabriken vor Ort schließen, abwandern oder Jobs streichen, stehen oft auch gut verdienende Facharbeiter vor einem Neuanfang. Dabei hatten sie sich in sicheren Branchen gewähnt.
Seit fünf Jahren steigt die jährliche Arbeitslosenquote kontinuierlich. Werksschließungen stürzen nicht nur Existenzen in die Krise, sondern auch ganze Regionen. Jobs verschwinden, Menschen müssen wegziehen, die Kaufkraft bricht weg, Innenstädte veröden.
Als die Pkw-Produktion bei Ford in Saarlouis schließt, verlieren 1700 Menschen ihren Job. Unter ihnen ist Stephan Hahn, der 22 Jahre lang Autos montiert hat: "Es war ein Schock. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen." Der Jobverlust der Ford-Mitarbeiter wirkt sich auch auf den Einzelhandel aus: "Um die Uhrzeit haben wir normalerweise schon viel mehr Kundschaft", sagt Bäckereiverkäuferin Natascha Feld. Obwohl die wirtschaftliche Situation in seiner Heimat schwierig ist, denkt Stephan Hahn nicht ans Aufgeben: "Ich bin jetzt 42 Jahre alt, ich muss einen Neuanfang machen." Er startet eine Umschulung zum Elektroniker und hofft, eine berufliche Zukunft in seiner Heimat zu finden.
Auch Nicole Hendrikx muss sich beruflich neu orientieren. Nach einem Hackerangriff steht die Serviettenproduktion von Fasana in Euskirchen für zwei Wochen still. Die massiven Umsatzeinbußen und steigende Energiekosten treiben das Unternehmen in die Insolvenz. Nicole arbeitet seit 25 Jahren im Vertrieb der Firma: "Wir sind eine große Familie, und das wird fehlen. Ich glaube nicht, dass ich sowas nochmal erleben werde." Schafft sie es, einen neuen Arbeitsplatz in ihrer Heimat zu finden?
Der Stahlhersteller Vallourec in Düsseldorf-Rath muss bereits 2023 schließen. Mehr als 1600 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Heute stehen Adel Gracic und Kosta Ciosses zum ersten Mal wieder in den Ruinen des Fabrikgebäudes und blicken ungläubig auf die prägende Zeit zurück: "Als ich mich damals beworben habe, hat mein Papa schon gesagt, bewirb' dich, da wirst du in Rente gehen. Und das dachte ich auch bis vor Kurzem." Niemand rechnet damit, dass alles anders kommen würde.
Die "ZDF.reportage: Wenn die Fabrik schließt" zeigt, wie sich die Schließung von großen Betrieben auf Existenzen, Menschen und Regionen auswirkt.
| Von | Daniel Koschera | |

Stefan Hahn hat von seinem Job bei Ford in Saarlouis umgeschult und jetzt einen neuen Job auf der Dillinger Hütte gefunden.
| Samstag | 14.02. | 17:35 Uhr | ZDF |
Wenn die Fabrik schließt Heimat ohne Jobs |