Tragikomödie, Deutschland 1956
Als der Schuhmacher Wilhelm Voigt 1906 in einer alten Hauptmannsuniform auf der Straße einige Soldaten "unter seine Befehlsgewalt nahm", mit ihnen das Rathaus von Köpenick besetzte, den Bürgermeister verhaftete und die Stadtkasse beschlagnahmte, amüsierte sich Deutschland über diesen tollen Streich. Voigts "Köpenickiade" machte augenfällig, was man mit einer Offiziersuniform im wilhelminischen Preußen erreichen konnte. Über diesen Vorfall schrieb Schriftsteller Carl Zuckmayer Anfang der 1930er Jahre sein Volksstück "Der Hauptmann von Köpenick" und nannte es satirisch "Ein deutsches Märchen": Die Geschichte eines Mannes, der nach einem Straucheln in der Jugend in die Ordnungsmaschine des Staates gerät und zu immer neuen Verfehlungen getrieben wird, bis er schließlich selbst Staatsgewalt spielt. Wie wenig diese Geschichte von ihrer Wirkung eingebüßt hat, zeigt Helmut Käutners preisgekrönte Verfilmung von 1956 mit Heinz Rühmann (1902-1994) in der Paraderolle des Schuhmachers Voigt.
| Besetzung | Wilhelm Voigt | |
| Hannelore Schroth | ||
| Martin Held | ||
| Erich Schellow | Hauptmann von Schlettow | |
| Willy A. Kleinau | Friedrich Hoprecht | |
| Leonard Steckel | Adolph Wormser | |
| Walter Giller | Willi Wormser | |
| Otto Wernicke | Schuhmachermeister | |
| Wolfgang Neuss | Kallenberg | |
| Marie Hoprecht | ||
| Friedrich Domin | Zuchthausdirektor | |
| Regie | ||
| Produzent | Degeto | |

Wilhelm Voigt (Heinz Rühmann, 3. v. re.) hat mit zwei Gefreiten und 14 Mann das Rathaus von Köpenick besetzt.