Gesellschaft und Soziales, D 2025
Einsamkeit ist ein Tabu in unserer Gesellschaft. Dabei schwächelt gerade die Altersgruppe, von der am meisten erwartet wird, dass sie feiert, neugierig Studienplätze und Jobs wechselt. Viele junge Erwachsene sind erschöpft von den Erwartungen und geben sich häufig selbst die Schuld dafür.
Nach einer Studie des Bundesministeriums für Familie und Senioren fehlt 55% der Jugendlichen manchmal oder immer Gesellschaft und 26% haben nicht das Gefühl anderen Menschen nah zu sein. Jetzt könnte man sagen, die sollen sich mal nicht so haben. Doch so einfach ist es nicht. Einsamkeit macht krank und es besteht ein ernstzunehmender Zusammenhang zwischen jugendlicher Einsamkeit und autoritären Einstellungen. Menschen, die sich unverbunden und unverstanden fühlen, billigen mit höherer Wahrscheinlichkeit politische Gewalt und autoritäre Haltungen. Die Wissenschaft hat die jungen Menschen vergleichsweise kurz auf dem Schirm. Bisher waren Senioren im Fokus. Aber für Jüngere gibt es bisher nur wenige Hilfsangebote, um aus der Einsamkeit herauszufinden.
| Von | Anke Deleiter | |