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Fr, 27.11.
2315 – 0020

arte

Deradikalisiert

Gesellschaft und Politik, Frankreich 2026

Wie lassen sich ideologisch motivierte Gewalt und Radikalisierung bekämpfen? Vor dieser Herausforderung stehen die französischen Justizbehörden seit den islamistischen Angriffen von 2015 in Paris. In Mulhouse und Colmar sucht ein Programm zur Terrorismusbekämpfung und Radikalisierungsprävention einen humanen Ausweg aus einer gefährlichen Sackgasse. Die Dokumentation begleitet mehrere Jugendliche im Strafvollzug, von denen die meisten wegen Anstiftung und Unterstützung von Terrorismus verurteilt wurden. Gezeigt werden ihre Gespräche und Workshops mit Psychologen, Lehrern, Pädagogen und einem Islamwissenschaftler. Das Ausstiegsprojekt folgt dem Prinzip der ausgestreckten Hand, geht aber auch in die notwendige Konfrontation, um Argumente und Gegenargumente auszutauschen. In Einzelgesprächen und Gruppenworkshops zu gewaltfreier Kommunikation treten bewegte Lebensläufe abseits des gängigen Klischees des Radikalisierungsverlaufes zutage. In den Geschichten der Jugendlichen zeigt sich eine komplexe Realität, in der sich persönliche Traumata und Identitätskrisen mit dem Hass auf Staat und Gesellschaft vermengen. Die Dokumentation begleitet die langwierige Arbeit mit den Jugendlichen und fragt dabei nach der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft: Ist ein Sieg über den Hass möglich, der jahrelang durch die Propaganda von Salafisten und Dschihadisten genährt wurde?

Personen

Regie Richard Berthollet