Dokumentarfilm, Deutschland 2025
Alle drei Tage tötet in Deutschland ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Fast täglich kommt es zu versuchten Tötungen. Häusliche Gewalt ist allgegenwärtig und bleibt dennoch oft unsichtbar. Mit ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm macht Regisseurin Alina Cyranek die Erfahrungen von Frauen sichtbar, die von partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind. Der Film eröffnet einen schonungslosen Blick auf die Mechanismen von Macht, Kontrolle und gesellschaftlichem Wegsehen.
Im Zentrum steht die Geschichte einer Frau, die den Ausbruch aus einer jahrelangen gewalttätigen Beziehung wagt. Gesprochen von Sandra Hüller, werden vier reale Erfahrungen zu einer gemeinsamen Erzählung verdichtet. Die geschilderten Ereignisse beruhen auf den tatsächlichen Erfahrungen von Betroffenen, deren Anonymität auf diese Weise gewahrt bleibt. Das Erschreckende ist dabei, wie sehr sich die Muster in gewalttätigen Beziehungen ähneln und wiederholen.
Statt die Gewalt abzubilden, sucht "Fassaden" nach Perspektiven auf das, was unsichtbar bleibt. In choreographierten Tanzsequenzen verbinden sich Nähe und Kontrolle, Liebe und Abhängigkeit, Zärtlichkeit und Gewalt zu einer körperlichen Erfahrung. Animationen machen Manipulation und innere Verletzungen sichtbar. So entsteht ein filmischer Raum, in dem sich die Dynamik gewalttätiger Beziehungen emotional nachvollziehen lässt. Dokumentarische Interviews mit Expertinnen verankern diese Erfahrungen zugleich in der gesellschaftlichen und politischen Realität. Der Film hat im Jahr 2025 beim "Filmkunstfest" den Preis "Bester Dokumentarfilm" erhalten.
| Regie | Alina Cyranek | |