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Adolf Kanter - Der Spion, der zuviel wusste

Zeitgeschichte, Deutschland 2022

Die TV-Dokumentation "Adolf Kanter - Der Spion, der zuviel wusste" zeichnet eine Geschichte nach, die als Schmiergeldaffäre in der BRD begann und sich als ein von der Öffentlichkeit unbemerkter deutsch-deutscher Spionagekrimi entpuppte. 5 Jahre nach der Wiedervereinigung wird in Koblenz ein Mann wegen fortgesetzter, schwerer geheimdienstlicher Tätigkeit zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Die Gründe für die milde Strafe liegen im Bonner Regierungsviertel verborgen: Der DDR-Spion Adolf Kanter unterhielt seit den 1950ern beste Beziehungen in die westdeutsche Wirtschafts- und Politik-Elite. Gemeinsam mit seinem Jugendfreund Eberhard von Brauchitsch erfindet er ein Zuwendungssystem für Politiker, dass sich in den 80er Jahren zum größten Korruptionsskandal der BRD ausweitet: Insgesamt 25 Millionen DM flossen aus den schwarzen Kassen des Flick-Konzerns, dessen Bonner Stabsstelle Kanter als Prokurist mit leitete, an Politiker der drei etablierten Parteien. Auch an Helmut Kohl, mit dem Kanter und von Brauchitsch seit ihren Anfängen in den 50er Jahren verbunden sind. Doch niemand in der alten Bundeshauptstadt ahnt zu diesem Zeitpunkt, welch doppeltes Spiel Kanter betreibt: Dass der unscheinbare Lobbyst brisante Interna über die Geldempfänger - der Elite der westdeutschen Politik - an die HVA von Markus Wolf liefert. Als 1983 durch einen Zufall Kanters Agententätigkeit der westdeutschen Spionageabwehr bekannt wird, bleibt dieses brisante Wissen jedoch geheim. Vor allem deshalb, weil zeitgleich ein Untersuchungsausschuss des Bundestags versucht, das ganze Ausmaß der Flick-Parteispendenaffäre zu ergründen. Kanters Enthüllung hätte Kohls Guillaume-Moment werden können. Wäre Kohls langjährige und brisante Verbindung zum DDR-Agenten Kanter herausgekommen, es hätte möglicherweise Kohls Kanzlerschaft beendet, so der damalige Vertreter der Grünen im Bundestagsuntersuchungsausschuss, Otto Schily. In spannenden 45 Minuten enthüllt Grimme-Preisträger Claus Räfle mithilfe von Zeitzeugen und Insidern aus dem politischen Betrieb Bonns der 80er Jahre nun, dass die Spionageaffäre Kanter offenbar aus Gründen des Machterhalts der Regierung Kohl vertuscht wurde.

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Hintergrund

"Adolf Kanter - Der Spion, der zuviel wusste" ist eine Auftragsproduktion der LOOK! Filmproduktion für den WDR in Zusammenarbeit mit dem RBB und ARTE. Buch & Regie:Claus Räfle. Redaktion Mathias Werth und Jens Stubenrauch .