Künstlerporträt, Frankreich 2025
Seit dem Erfolg seines Debüts "Reservoir Dogs - Wilde Hunde" im Jahr 1992 gilt Quentin Tarantino als Ausnahmeregisseur: als Meister des Tempos, der Action und der Coolness, aber auch als Wegbereiter einer neuen Begeisterung für Kinofilme. Er wird gleichermaßen bewundert wie kritisiert - etwa dafür, dass er in seinen Filmen nicht nur den großen Klassikern, sondern auch den Werken der zweiten Reihe Reverenz erweist. Dabei wird oft übersehen, wie stark sein gesamtes Schaffen von eigenen Jugenderinnerungen durchzogen ist.
Immer wieder erscheinen in seinen Filmen mutige Frauenfiguren, die Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld nachempfunden sind - etwa seiner Mutter Connie, die ihn allein großzog, oder deren bester Freundin Jackie, die deutliche Gemeinsamkeiten mit der Figur der Jackie Brown aufweist. Auch die Atmosphäre des Los Angeles von 1969, die er als Kind auf den Fahrten im Auto seines Stiefvaters aufsog, lebt in Filmen wie "Once Upon a Time in Hollywood" fort. Immer wieder tauchen Erinnerungen an seine Heimat Tennessee auf: Anspielungen auf seine einsame Kindheit, Songs aus dem Radio, Lieblingssendungen im Fernsehen und seine heißbegehrten Comics.
Im Grunde erzählen Tarantinos Filme stets von seinem eigenen Leben, dessen Fragmente er in abenteuerlichen Geschichten verbirgt. Wie jeder große Filmemacher beweist er damit, dass eine gewöhnliche, beinahe banale Jugend den besten Stoff für ein Werk liefern kann, das im zeitgenössischen Kino seinesgleichen sucht.
| Regie | France Swimberge | |