Klassische Musik, Frankreich 2026
Johannes Brahms' "Ein deutsches Requiem" ist eines der bedeutendsten Chorwerke des 19. Jahrhunderts. Doch was passiert, wenn man es ohne religiösen Filter auf die Bühne bringt? Genau das wagen die Dirigentin Laurence Equilbey und der Regisseur David Bobée mit ihrer Neuinszenierung, in der das Stück als "Requiem für die Menschheit" neu interpretiert wird.
Equilbey, Gründerin des renommierten Kammerchors accentus und des Insula orchestras, hat das Werk bereits im Jahr 2002 in einer wegweisenden Aufnahme für zwei Klaviere und Chor eingespielt. Jetzt kehrt sie mit der Orchesterversion auf historischen Instrumenten zurück - jedoch nicht als reine Konzertaufführung, sondern fast schon als szenische Oper. Zusammen mit Bobée, einem der profiliertesten Theaterregisseure Frankreichs, verwandelt sie Brahms' Musik in ein multidisziplinäres Spektakel aus Gesang, Tanz und Theater.
Das Besondere: Brahms schrieb sein Requiem auf Deutsch, nicht auf Latein, und nicht für die Kirche, sondern direkt für die Menschen. Es geht darin nicht um Erlösung im Jenseits, sondern um Trost im Hier und Jetzt: um Trauer, Verlust und den gesellschaftlichen Umgang mit diesen Themen.
Bobée und Equilbey spitzen diesen Gedanken noch zu: Ihr "Requiem für die Menschheit" wird zur Momentaufnahme unserer Zeit, zur Reflexion über die Conditio humana. Dabei verzichtet die Inszenierung bewusst auf religiöse Symbolik. Stattdessen setzt sie auf universelle Bilder, die zeigen: Die Welt, die wir gestalten, existiert jetzt - ohne Aufschub und ohne Vertröstung auf jenseitige Heilsversprechen.
| Regie | Isabelle Soulard | |
| Inszenierung | ||
| Mitwirkende | Eleanor Lyons (Sopran), John Brancy (Bariton), , Salvatore Cappello (Akrobat), | |
| Dirigent | Laurence Equilbey | |
| Andere Personen | Komponist: Johannes Brahms, Orchester: Insula orchestra, Chor: accentus, : , | |