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Mo, 09.11.
2150 – 2330

arte

Zwangsarbeit und Kindesraub: Irische Frauen klagen an

Dokumentarfilm, Frankreich / Irland 2023

Die "Magdalene Laundries" waren Einrichtungen, in denen Frauen unter dem Vorwand "moralischer Erziehung" gefangen gehalten, zur Zwangsarbeit gezwungen und gedemütigt wurden. In Mutter-Kind-Heimen für ledige Mütter wurden ihnen ihre Kinder entrissen und zur Adoption freigegeben. Die Überlebenden berichten von Demütigungen, Gewalt und lebenslanger Stigmatisierung - ein System, das von der katholischen Kirche mit staatlicher Unterstützung betrieben wurde. Der Dokumentarfilm begleitet eine Gruppe von Frauen, die mit Unterstützung der Aktivistengruppe "Justice for Magdalenes" gegen die irische Regierung und diesen staatlich organisierten Missbrauch vorgehen. Ihr Kampf um Gerechtigkeit führt sie bis vor die Vereinten Nationen beziehungsweise vor den UN-Ausschuss gegen Folter, wo ihre Aussagen eine internationale Untersuchung auslösen. Die Vereinten Nationen fordern Irland auf, die Verbrechen aufzuklären, Archive zu öffnen und Entschädigungen zu zahlen. Der Dokumentarfilm zeigt den unermüdlichen Einsatz der Frauen: für Wahrheit, juristische Aufarbeitung und ein Ende des Schweigens. Die Filmemacherinnen stellen drängende Fragen zu diesem dunklen Kapitel Irlands: Wer trägt die Verantwortung? Wie kann Gerechtigkeit aussehen? Und vor allem: Wie kann verhindert werden, dass sich solche Verbrechen wiederholen? Der Dokumentarfilm ist darüber hinaus eine Hommage an die Widerstandskraft der Überlebenden, aber auch ein Aufruf an die Gesellschaft, sich ihrer Mitschuld zu stellen.

Personen

Regie Aoife Kelleher, Rachel Lysaght
Produzent RTE