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Namibia - Leben mit der Wüste
Land und Leute
Endlos scheinende Dünenberge und unwegsames Gelände: Die Namib ist die älteste Wüste der Welt, Millionen Jahre alt. Sie prägt den jungen Nationalstaat Namibia im Südwesten Afrikas.
Hitze, Staub, kaum Regen - es ist eine Region mit extremen Herausforderungen. Und doch haben sich Menschen diese Region ausgesucht, um dort ihr Glück zu finden. Denn die Wüste ist voller Leben.
Als Bauarbeiter ist Immanuel Frederick vor einigen Jahren auf die Farm Koiimasis am Rand der Tirasberge gekommen. Inzwischen ist der 26-Jährige der Mann für die komplizierten Pferdefälle auf der Ranch. Mit viel Geduld zähmt er die Nachfahren der berühmten Namibischen Wildpferde. Ein harter Job in gefährlicher Umgebung. Gerade treibt sich ein Leopard in der Gegend herum, aber die einjährigen Fohlen wollen partout nicht in den Stall.
Edelsteine sind die Leidenschaft von Lorri Raaths. Unter sengender Hitze schürft der 68-Jährige im Minengebiet in der Nähe des Brandbergmassivs. Amethyste, Turmaline, Bergkristalle gräbt er mit Stemmeisen und sogar mit bloßen Händen aus dem Millionen Jahre alten Vulkangestein. Seine Begleiter: eine Gitarre und viele Träume. Gerade hat er einen neuen Krater im Damaraland entdeckt. Sein Trinkwasser will er gewinnen, indem er den Nebel auffängt.
Nebel ist ein wichtiger Feuchtigkeitslieferant für die Pflanzen in der Namib. Je näher am Atlantik, desto dichter und ergiebiger. Im Hinterland von Walvis Bay reicht die Feuchtigkeit aus, um die Nara-Melonen gedeihen zu lassen, Hauptnahrungsmittel der Topnaar, einer der ärmsten Ethnien Namibias. Martha ist am liebsten früh am Morgen unterwegs, um die saftigen und nahrhaften Früchte aus den stacheligen Büschen zu holen. Bevor sie erntet, muss sie aber zuerst die Schlangen und Skorpione vertreiben.
Nandi Mazeingo hält die Erinnerung an seine Vorfahren wach. Er pflegt das Grab seines Großvaters. Die Herero und Nama hatten sich gegen die deutschen Kolonialisten erhoben. Die Deutschen ließen sie in der Wüste verdursten oder internierten sie in Lagern. Deshalb verlangt die "Ovaherero Genocide Foundation" Reparationszahlungen und die Enteignung von Nachfahren deutscher Siedler.
Hermann Kasona gehört zum Volk der Herero. Er arbeitet als Ranger für die "Elephant-Human Relations Aid", kurz EHRA. Elefanten sind seine Lieblingstiere, er will sie unbedingt schützen. Denn im ausgetrockneten Flussbett des Ugab konkurrieren sie mit den Menschen um das lebensnotwendige Wasser. Hermann kämpft für ein besseres Verständnis der Menschen für diese Tiere. Seine Kollegin Fiona geht dafür in die Schulen, bringt den Kleinsten das Einmaleins im Umgang mit Elefanten bei.
Wie eine Fata Morgana taucht die Forschungsstation Gobabeb mitten in den Wüstendünen auf. Mit futuristischem Wasserturm, Solaranlagen, Hightechpark. Junge Wissenschaftler erforschen dort die Auswirkungen des Klimawandels und unterstützen Forscher weltweit mit Klimadaten aus der Wüste. Sogar NASA-Experten waren schon dort. Nicht umsonst trägt eine Düne auf dem Mars den Namen Namib.
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Personen
ZDF/NDR/Extravista/Erik Löts1 / 4
In der südlichen Namib leben noch Pferde in völliger Freiheit, ohne Kontakt zum Menschen. Farmer Wulff Izko kreuzt die Wildpferde mit europäischen Rassen, um geeignete Reittiere für seine Wüstenfarm zu erhalten.
ZDF/NDR/Extravista/Erik Löts2 / 4
Kristalle aus der Namib, im Morgennebel über der Wüste westlich des Brandberg-Massivs.
ZDF/NDR/Extravista/Erik Löts3 / 4
Nandi Mazeingo hält die Erinnerung an das Schicksal seiner Vorfahren wach. Bis zu 60.000 Herero und Nama wurden Opfer deutscher Kolonialisten.
ZDF/NDR/Extravista/Erik Löts4 / 4
Rote Dünen der Namib-Wüste sind durch häufige starke Winde ständig in Bewegung.
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