Anzeige

Di, 27.10.
2150 – 2245

arte

Trump gegen Kalifornien

Politik, Frankreich 2026

Im Juni 2025 eskaliert in Kalifornien ein Konflikt, der die tiefe Polarisierung der USA offenbart wie kaum ein anderer. In Los Angeles werden bei Razzien der Einwanderungsbehörde ICE Dutzende Migrantinnen und Migranten auf offener Straße verhaftet. Als Proteste aufflammen, greift das Militär ein. Was sich wie ein dystopischer Thriller anhört, ist Realität - und ein gezielter Schachzug der Trump-Administration. Für Donald Trump und die MAGA-Bewegung ist Kalifornien mehr als ein Bundesstaat. Es ist das Gegenmodell zu ihrer Vision von Amerika: multikulturell und progressiv. Mit den Maßnahmen in Kalifornien sendet das Weiße Haus eine klare Botschaft: Wer sich der konservativen Agenda in den Weg stellt, wird zum Ziel. Doch der Konflikt geht weit über die Einwanderungspolitik hinaus. Es geht um die Machtverteilung im Land - um die Frage, ob die Exekutive weiter gestärkt wird, während die Rechte der Bundesstaaten und die Gewaltenteilung ausgehebelt werden. Kalifornien wehrt sich. Der Bundesstaat, der wie kein anderer für liberale Werte und wirtschaftliche Stärke steht, organisiert den Widerstand. Ob in der Justiz, der Forschung oder der Bildungspolitik - überall prallen die Vorstellungen der Trump-Administration auf entschlossenen Widerstand. Die Auseinandersetzung ist dabei mehr als ein regionaler Konflikt. Sie ist ein Symptom für die grundlegende Krise der amerikanischen Demokratie. Seit 250 Jahren beruht das politische System der USA auf einem fragilen Gleichgewicht der Kräfte. Doch Trumps Strategie zielt darauf ab, dieses Gleichgewicht zu zerstören - zugunsten einer zentralisierten, autoritären Macht. Die Zwischenwahlen werden zeigen, wie tief die Gräben im heutigen Amerika wirklich sind.

Personen

Regie Alice Cohen