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Mi, 14.10.
2300 – 0040

arte

Misericordia

Tragikomödie, Frankreich / Portugal / Spanien 2024

Jérémie kehrt in das Dorf Saint-Martial zurück, um an der Beerdigung seines ehemaligen Arbeitgebers, eines Bäckers, teilzunehmen. Dessen Witwe Martine bietet ihm an, einige Tage bei ihr zu wohnen. Während sie seine Gesellschaft genießt, reagiert ihr Sohn Vincent gereizt auf den unerwarteten Gast. Zwischen den beiden Männern wachsen Eifersucht und Misstrauen, bis Jérémie Vincent schließlich tötet. Schnell versucht er, die Folgen seiner Tat zu verbergen. Doch im Dorf bleibt nichts unbemerkt. Ausgerechnet der örtliche Priester wird zu seinem Verbündeten und macht deutlich, dass seine Fürsorge von einem persönlichen Begehren begleitet ist. Auch Jérémies Verhältnis zu den anderen Männern im Dorf ist von Anziehung, Konkurrenz und unausgesprochenen Sehnsüchten geprägt. Alain Guiraudie verbindet in "Misericordia" Kriminalfilm, Komödie und psychologisches Drama zu einer Geschichte über Schuld und Verlangen. Statt nach dem Täter zu fragen, interessiert ihn, warum Menschen bereit sind, moralische Grenzen für jemanden zu verschieben, den sie begehren oder lieben. "Misericordia" feierte 2024 bei den Filmfestspielen von Cannes in der Sektion "Cannes Première" seine Weltpremiere. Regisseur Alain Guiraudie bezeichnete seinen Film sinngemäß als einen "erotischen Thriller ohne Sex": Begehren ist allgegenwärtig, wird jedoch fast nie erfüllt. Mit Félix Kysyl, Catherine Frot und Jacques Develay entwickelt er daraus eine düstere und abstoßende, zugleich aber humorvolle Geschichte, in der sexuelle Anziehung und moralische Verantwortung unauflöslich miteinander verbunden sind.

Originaltitel: Miséricorde

Personen

Besetzung
Catherine Frot Martine
Jean-Baptiste Durand Vincent
Jacques Develay Priester Griseul
Serge Richard Jean-Pierre Rigal
David Ayala Walter
Tatiana Spivakova Annie
Regie Alain Guiraudie
Drehbuch Alain Guiraudie
Kamera Claire Mathon
Musik Marc Verdaguer
Produzent Charles Gillibert
Andere Personen Schnitt: Jean-Christophe Hym