Diskussion
Familie wurde selten so vielfältig gelebt wie heute: Patchwork, Co-Parenting oder queere Familien. Und kaum etwas prägt uns so wie Familie.
Die klassische Kernfamilie gilt weiterhin als gesellschaftliches Leitbild. Sie wird von Politik und Rechtsprechung privilegiert, die sich dabei an überholten Vorstellungen orientiert. Moderne Familien definieren sich heute eher als Verantwortungsgemeinschaften.
Denn Familie konstituiert sich nicht ausschließlich durch Ehe, biologische Verwandtschaft und traditionelle Rollenbilder, sondern zunehmend dort, wo Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen.
Wie gut passen unsere rechtlichen Regelungen noch zu modernen Familienbildern? Wer wird benachteiligt, wenn Fürsorge und Care-Arbeit außerhalb traditioneller Familienstrukturen organisiert werden? Und welche Antworten finden andere Länder auf diese Herausforderungen? Wie wird Familie heute gelebt? Welche politischen und rechtlichen Veränderungen könnten notwendig sein? Und warum kann die Vielfalt moderner Familien auch eine Chance für mehr Zusammenhalt und gesellschaftliche Resilienz sein? Darüber diskutiert Moderatorin Stephanie Rohde mit ihren Gästen.
Gästevorstellung:
Andrea Newerla forscht als promovierte Soziologin, zu Intimität, modernen Beziehungsformen, Dating-Kulturen und Wahlfamilien. Ihr neustes Buch zeigt, dass Familie heute vielfältig gelebt wird und rechtliche wie soziale Strukturen dieser Realität dringend folgen müssen.
Paula-Irene Villa Braslavsky hat den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Gender Studies am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München inne.
Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gender, Care, Familie, Körper und gesellschaftlicher Wandel. Dabei untersucht sie wie sich Familienformen und Zusammenleben verändern und welche Rolle Geschlecht und Fürsorge spielen.
Konrad Dudenist Inhaber der Professur für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Hamburg. Er forscht unter anderem zu Familienrecht, internationalem Familienrecht, Leihmutterschaft und der rechtlichen Anerkennung vielfältiger Familienformen. Seine Arbeit beleuchtet, wie das Recht auf neue Lebens-, Familien- und Sorgegemeinschaften reagiert.

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