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Was macht uns gesund? - Nie wieder Rücken!
Reportage, Deutschland / Niederlande 2026
Verhoben? Verspannt? Bandscheibe, Ischias, Skoliose oder Hexenschuss: Fast jeder Erwachsene in Deutschland kennt Rückenschmerzen. Von sanfter Bewegung bis Hightech-OP. Was hilft wirklich?
Das Volksleiden "Rücken" verursacht teils enorme Schmerzen, hohe Krankheitskosten und viele Fehltage bei der Arbeit. Für die Betroffenen besonders bitter: Bei über 85 Prozent lässt sich keine eindeutige Ursache finden.
Gegen solche "unspezifischen Rückenschmerzen" setzt der Neurochirurg Dr. Torsten Eichenauer vom Medizinischen Versorgungszentrum Nienburg seit kurzem auf ein neues Verfahren: Wenn nichts anderes mehr hilft, implantiert er in einigen Fällen einen sogenannten Neurostimulator in den unteren Rücken. Ähnlich wie ein Herzschrittmacher sendet dieser winzige Stromimpulse. Die aktivieren den großen, tief liegenden Rückenmuskel, der für Stabilität in der Wirbelsäule sorgt. "Das ist ein System, das in unserem Alltag bei Rückenschmerzpatienten nicht mehr wegzudenken sein wird", sagt Eichenauer.
Die 14-jährige Rosa Haasjes aus den Niederlanden leidet unter schwerer Skoliose, einer starken Verkrümmung der Wirbelsäule. Um deren Fortschreiten zu stoppen, haben die Ärzte in den Niederlanden empfohlen, ihre Wirbelsäule zu versteifen. Doch Familie Haasjes setzt auf eine neue, innovative Therapie und reist dafür extra nach Deutschland zu Dr. Per Trobisch vom Wirbelsäulenzentrum in Düren. Er ist der führende Experte, der ein neuartiges OP-Verfahren anwendet. "Das Ziel ist, die Beweglichkeit erhalten zu können", sagt Trobisch. "Es wird die klassische OP-Methode, die Versteifung, nicht ersetzen, aber es ist ein weiteres Werkzeug in der Werkzeugkiste. Das heißt, je mehr Möglichkeiten wir haben, je individueller wir die Behandlung machen können, umso besser für den Patienten." Rosas Hoffnung: Das lästige Korsett, das sie jetzt tragen muss, loswerden und endlich wieder einmal ihrer Leidenschaft nachgehen: schwimmen.
Viele Ideen gegen Rückenschmerzen setzen auf Prävention, auf Vorsorge, damit der Rücken möglichst lange gesund und fit bleibt. Intensivkrankenpflegerin Katja Herzog aus Berlin hat sich für einen Qigong-Kurs auf Rügen angemeldet. "Wir brauchen unseren Rücken, der trägt ganz viel, das ist unser Arbeitsmittel", sagt sie. "Wenn der nicht funktioniert, dann geht nichts." Für den Kurs hat sie von ihrem Arbeitgeber Bildungsurlaub bekommen. Denn Katja Herzog tut nicht nur ihrem eigenen Rücken etwas Gutes, sondern gibt das Gelernte an ihre Kollegen im Krankenhaus weiter.
Generell seien Kraftübungen und Bewegung unabdingbar, meint Schmerz-Physiotherapeut Stefan Lindner vom Uniklinikum Würzburg. Doch auch soziale Faktoren und die Psyche spielen bei Rückenschmerzen eine Rolle. Darauf zielt die Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie . Dabei erhalten die Patienten und Patientinnen mit chronischen Schmerzen in Würzburg zusätzlich Angebote wie Aroma- und Maltherapie. "Chronischer Rückenschmerz ist nicht nur ein lokales Problem, was man an einem Ort im Rücken hat, sondern Schmerz insgesamt muss man integrativ sehen", sagt Prof. Heike Rittner vom Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin. "Chronische Schmerzen haben immer auch etwas mit dem Gehirn zu tun, sind mit Emotionen verknüpft und in einem gewissen Kontext zu sehen." Sogar eine Behandlung mit Virtual-Reality-Brille zeigt in einer Studie Erfolge.
"Nie wieder Rücken!" ist die zweite Folge der neuen "plan b"-Dokureihe "Was macht uns gesund?". Sie widmet sich den drängenden Gesundheitsfragen unserer Zeit und erzählt von Menschen, die medizinisch Neues wagen oder sich auf Altes besinnen, um gesund zu werden - innovative Ideen für eine moderne Medizin und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.
Weitere Ausstrahlungstermine
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Sonntag
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20.09.
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15:45 Uhr
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Personen
ZDF/Uli Sontag, Dokuvista Fi1 / 13
Fast jeder Erwachsene in Deutschland hat schon einmal Rückenschmerzen gehabt. Experten empfehlen generell mindestens 2 x 30 Minuten Krafttraining pro Woche.
ZDF/Uli Sontag2 / 13
Vier Wochen nach der OP: Alles ist gut verheilt und Rosa Haasje kann endlich wieder schwimmen gehen. Ihr Korsett muss sie nicht mehr tragen.
ZDF/Christian Efkemann3 / 13
Ein weiteres Ziel im Bildungsurlaub auf Rügen: Die Teilnehmenden sollen das Erlernte mit zurück an ihren Arbeitsplatz nehmen und dort als "Multiplikatoren und Qigong-Lotsen" für ihre Kollegen und Kolleginnen fungieren.
ZDF/Judith Arnold4 / 13
Für die Operation fährt Rosa Haasje mit ihren Eltern extra nach Deutschland, zum Wirbelsäulenspezialisten Per Trobisch vom Wirbelsäulenzentrum in Düren/ Simmerath. Er operiert seine junge Skoliose-Patientin mit einem innovativen Verfahren.
ZDF/Uli Sontag5 / 13
Langes Stehen oder Sport fallen der jungen Skoliose-Patientin Rosa schwer. Sie trägt ein Korsett unter ihrer Kleidung, 22 Stunden, jeden Tag.
ZDF/Uli Sontag6 / 13
Skoliose im Röntgenbild: Familie Haasjes will eine Versteifung von Rosas gekrümmter Wirbelsäule verhindern. Das wäre die aktuelle Standardtherapie. Sie setzen stattdessen auf eine neuartige OP-Methode, bei der die Wirbelsäule begradigt wird, aber die Beweglichkeit erhalten bleiben soll.
ZDF/Judith Arnold7 / 13
Der Rücken-Supporter übernimmt bis zur Hälfte des zu hebenden Gewichts.
ZDF/Judith Arnold8 / 13
Qigong für einen starken und entspannten Rücken: Bildungsurlaub auf Rügen
ZDF/Christian Efkemann9 / 13
Intensivkrankenpflegerin Katja bietet für ihre Kollegen und Kolleginnen im Krankenhaus in Berlin fortan kleine "aktive Pausen" mit Qigong an.
ZDF/Judith Arnold10 / 13
Die 14-jährige Rosa-Carmen Haasjes aus den Niederlanden leidet unter schwerer Skoliose, einer Verkrümmung der Wirbelsäule. Für eine innovative Therapie reist sie nach Deutschland.
ZDF/Judith Arnold11 / 13
Neurochirurg Torsten Eichenauer vom Medizinischen Versorgungszentrum in Nienburg implantiert Patienten und Patientinnen einen Neurostimulator gegen Rückenschmerzen, wenn keine andere Therapie angeschlagen hat.
ZDF/Judith Arnold12 / 13
An der Schmerztagesklinik in Würzburg setzt man im Kampf gegen chronische Rückenschmerzen auf die "IMST", die Interdisziplinäre, multimodale Schmerztherapie. Dazu gehören auch Mal- und Aromatherapie.
ZDF/Judith Arnold13 / 13
Entlastung für die Mitarbeitenden in der Gepäckabfertigung am Flughafen Nürnberg: "Exoskelette" entlasten den Rücken beim schweren Heben.
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