Musikerporträt, Frankreich / Luxemburg 2020
Thelonious Monk war eigentlich schon am Ende: Er hatte kein Geld, die Polizei hatte seine Clubkarte, die ihm erlaubte, in New York aufzutreten, einkassiert, und seine Schallplatten verkauften sich nicht. Ein französischer Produzent verschaffte ihm einen Auftritt in Paris. Dort lernte er die Frau und Mäzenin kennen, die ihn rettete und ihm zu seiner Karriere verhalf: Es war die britische Baronin Pannonica de Koenigswarter, geborene Rothschild. Lange verschollene Fotos und Aufzeichnungen von Pannonica - kurz Nica - de Koenigswarter geben Einblicke in ihre Beziehung zu Thelonious Monk und vielen anderen schwarzen Musikern der New Yorker Jazzszene. Die Begegnung zwischen einer weißen Aristokratin und schwarzen Musikern war in den konservativen USA der 1950er Jahre skandalös - und den Künstlern of Colour blieb damals die gesellschaftliche Anerkennung oft verwehrt.
In den 1940er Jahren sorgte der Jazz im gleichgültigen, feindlichen und missgünstigen weißen Amerika für Aufruhr. Der Bebop löste den von Weißen dominierten Swing ab. Doch bis sich der Jazz als eine der wichtigsten Musikformen des 20. Jahrhunderts etablieren konnte, mussten die meisten Künstlerinnen und Künstler dieser Generation in den USA noch 20 Jahre um die ihnen gebührende Anerkennung kämpfen und lebten oft in bitterer Armut.
Die "Jazz-Baronin" versorgte die Musiker mit Lebensmitteln, löste ihre versetzten Instrumente wieder aus und fuhr sie in ihrem Rolls-Royce von einem Auftritt zum anderen. Nica nahm sie in ihrem Haus auf und sammelte Fotos und geheime Wünsche der Musiker in einem eleganten Notizbuch mit rotem Lederumschlag ...
| Regie | Jacques Goldstein | |