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Mi, 30.09.
1835 – 1920

arte

Das geheime Leben der Hirschkäfer

Tiere, Deutschland 2025

Die Lichtung an der polnischen Oder ist ein ganz besonderer Lebensraum. Vor allem aber ist sie zum Hotspot für den Hirschkäfer, den größten Käfer Mitteleuropas, geworden. Für ihn sind Eichen unendlich wichtig - tot und lebendig. Seine Larven bevölkern das Totholz einer umgefallenen Eiche. Der umgebende Wald ist ein Eichenmischwald mit einer reichen Pflanzen- und Tierwelt. Die nahe Oder erzeugt ein spezielles Klima, das selbst im Winter Leben ermöglicht. Der Seeadler macht im vereisten Fluss Beute ebenso Fischotter und Eisvogel. Die umgefallene Eiche auf der Lichtung ist nicht nur im Frühling Treffpunkt für Zugvögel. Sie ist später im Jahr auch Balzplatz für Rehe und Hirsche. Mäuse und Eichhörnchen verstecken hier ihren Wintervorrat. Wildschweine, Specht und Eichelhäher sind hinter den fetten Bodenbewohnern her. Für sie hörbar verarbeiten die Hirschkäferlarven die alte Eiche zusammen mit anderen Bodenlebewesen, aber auch mit Hilfe von Wind und Wetter allmählich zu wertvollem Humus. Fünf bis sieben Jahre verbringt eine Hirschkäferlarve im Boden, bis sie ihr geheimes Leben beendet und den Boden als majestätischer Käfer verlässt. Die Mundwerkzeuge der Männchen sind dann zu "Geweihen" und Kampfwerkzeugen geworden. Es müssen etliche Konkurrenten aus dem Weg geräumt werden, bis es zur Fortpflanzung mit den viel kleineren und unscheinbaren Weibchen kommen kann. Vorher brauchen beide Geschlechter den Baumsaft lebender Eichen, denn nur er lässt sie fruchtbar werden. Ein intakter Eichenmischwald, wie der an der polnischen Oder, bietet optimale Lebensbedingungen für die selten gewordenen Hirschkäfer.

Personen

Regie Angelika Sigl