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Di, 01.09.
2255 – 0015

MDR

Für die Liebe noch zu mager?

Drama, Deutsche Demokratische Republik 1974

Susanne ist klein und zierlich, 18 Jahre alt und Facharbeiterin in einem Textilbetrieb. Sie ist fleißig und gewissenhaft und immer da, wenn jemand Hilfe braucht. Bei der Maidemonstration werden ihr am Ende die Fahnen in die Hand gedrückt, bei der GST-Übung ist sie die Aktivste. Und zu Hause geht es weiter, brav führt sie ihrem Vater und den Brüdern (Carl-Hermann Risse, Uwe Kockisch) den Haushalt. Und sie ist verliebt in den verwegenen, wuschelköpfigen Lutz , einen Kraftfahrer, den sie manchmal "Spinner" nennt. Sie kennen sich seit Kindheitstagen, doch er sieht in ihr den Kumpel, nicht die junge Frau, die ihn interessieren könnte. Als ausgerechnet ihre Freundin Daisy ein Kind von Lutz bekommt, wacht Susanne endlich auf. Sie begreift, dass sie für ihr Glück kämpfen muss und beginnt, Lutz zu erobern. Das neue Selbstbewusstsein steht ihr gut. Das bemerkt schließlich auch der "Spinner". Obwohl das junge Glück nicht lange hält, weil es Lutz auf See in die weite Welt zieht, ist Susanne eine andere geworden - lockerer, gelöster, souveräner.

Personen

Besetzung Simone von Zglinicki Susanne
Christian Steyer Lutz
Norbert Christian Susannes Vater
Ursula Staack Daisy
Karl Thiele Martin
Carl-Hermann Risse Alfons
Uwe Kockisch Wolfgang
Fred Delmare Ossi
Karin Beewen Monika
Renate Gey Astrid
Regie Bernhard Stephan
Drehbuch Bernhard Stephan, Jochen Nestler, Manfred Freitag
Kamera
Musik Klaus Renft,

Hintergrund

Dieser 1974 von Regisseur Bernhard Stephan als Debüt inszenierte Spielfilm traf genau den Nerv der Jugend jener Zeit. Heiter und unverkrampft erzählt er von Susanne, die nicht mehr "immer den Doofen für andere machen" will. In Simone von Zglinicki, damals Schauspielschülerin in Leipzig, seit mehr als 35 Jahren Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters, fand Stephan eine Darstellerin, die sehr glaubhaft das Spannungsfeld zwischen dem Vorgegebenen, Normalen und den eigenen Wünschen, verbunden mit Schmerzen und Freuden, über die Leinwand transportieren konnte. Hinzu kommt die flotte Musik von Zsusza Koncz und ihrem Illes-Ensemble sowie der Klaus-Renft-Combo. Anlässlich 80 Jahre DEFA und zum 75. Geburtstag von Simone von Zglinicki.