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Fr, 11.09.
0130 – 0330

arte

Der Schein trügt

Tragikomödie, Deutschland / SERBIEN / Kroatien 2021

Serbien 1993, noch während des Krieges: Stojan ist ein unbescholtener Mann, fürsorglicher Familienvater und Kommunist. Der Kurzschluss einer Glühbirne bringt ihm unverhoffte Erleuchtung: Ein Heiligenschein ziert plötzlich Stojans Haupt! Er wird zur Attraktion der Nachbarschaft, was das beschauliche Leben seiner Familie auf den Kopf stellt. Bald ist Stojans dominante Frau Nada von dem Trubel genervt. Das Ding soll weg, und eine Mütze ist keine Dauerlösung. Nachdem auch gründliches Haarewaschen nichts bringt, wird Stojan mit Hilfe eines korrupten Geistlichen zur Sünde verdonnert: ein bisschen Völlerei hier, ein wenig Ehebruch dort. Doch der Heiligenschein bleibt. Stojan arbeitet sich durch alle Todsünden - und findet schließlich Gefallen an der Grausamkeit. Aber nicht nur er. Je herzloser Stojan seinen Vorteil ausnutzt, umso bereitwilliger wird er von den Nachbarn als moralische Instanz akzeptiert. Es stellt sich heraus: Der schöne Schein überstrahlt auch noch den schlimmsten Frevel. Zwei weitere Kapitel des Films springen in die Jahre 2001 und 2026: Auch dort geschehen Wunder, und am Ende ist Stojan zum Staatschef und Despoten geworden ... - Eine satirische Parabel auf den Turbokapitalismus nach dem Zusammenbruch der politischen Blöcke in Ex-Jugoslawien.

Originaltitel: Nebesa

Personen

Besetzung Goran Navojec Stojan
Ksenija Marinkovic Nada
Bojan Navojec Gojko
Milos Samolov Atanasije
Natasa Markovic Julija
Sana Kostic junge Julija
Nela Mihajlovic Borka
Radoslav Milenkovic Smrda
Srdjan Todorovic Professor Mikrob
Mira Djurdjevic Borislava
Maja Lukic Lena
Regie Srdjan Dragojevic
Drehbuch Srdjan Dragojevic
Kamera Dusan Joksimovic
Musik Igor Perovic
Produzent Biljana Prvanovic, Srdjan Dragojevic
Andere Personen Autoren: , Schnitt: Petar Markovic

Hintergrund

Der 1963 geborene Srdjan Dragojevic schloss zunächst ein Psychologiestudium ab, bevor er 1987 ein Regiestudium an der Belgrader Universität der Künste aufnahm. Auch hatte er bereits erfolgreich Gedichte veröffentlicht, als ab Anfang der 1990er Jahre seine ersten Filme herauskamen. Unter anderem mit "Die Parade" gewann er zahlreiche Preise, allein auf der Berlinale 2012 den Panorama-Publikumspreis, den Preis der Ökumenischen Jury und den Leserpreis der Zeitschrift "Siegessäule".