Dokumentation, Deutschland 2025
Waldbrände gehören seit jeher zum natürlichen Rhythmus der Erneuerung. Aus Asche folgt Wiedergeburt. Tier- und Pflanzenarten in natürlich gewachsenen Wäldern haben im Lauf der Evolution erstaunliche Anpassungs- und Überlebenstricks entwickelt. Es gibt feuerresistente Arten und sogar solche, die das Inferno für die Fortpflanzung brauchen. Auf der Iberischen Halbinsel wachsen und leben besonders viele dieser Feuerspezialisten. Oft kann die Natur vom Feuer profitieren. Die Dokumentation nimmt Spaniens Natur vor, während und nach der Feuersaison unter die Lupe.
Die andalusischen Korkeichenwälder etwa trotzen seit Jahrtausenden den immer wiederkehrenden Waldbränden. Ihre mehrere Zentimeter dicke Korkborke ist eine Anpassung an Feuer. Sie schützt die Bäume und die darunter liegenden Knospen. Diese entfalten sich nach dem Brand aufs Neue. Das artenreiche spanische Buschland existiert nur, weil es hier regelmäßig brennt. Einige hier lebende Arten wie das andalusische Taublatt und verschiedene Heidebüsche brauchen die Brände sogar, um zu überleben.
Nach jedem Feuer werden die Karten im Waldsystem neu gemischt. Anpassungsfähige Tierarten wie Manguste, Ginsterkatze und viele Gliedertiere gehören zu den Gewinnern. Nahrungsspezialisten wie der vom Aussterben bedrohte Pardelluchs haben es schwerer. In jedem Fall ist ein alter, natürlich gewachsener Wald bei einem Brand die beste Lebensversicherung für seine Bewohner.
Vom Menschen gepflanzte Monokulturen aus Kiefern und Eukalyptus dagegen brennen in den Sommermonaten oft großflächig und vernichtend nieder. Doch auch sie haben danach die Chance auf einen Neuanfang, um gegen künftige Brände besser gewappnet zu sein. Doch das erfordert ein Umdenken bei der Bepflanzung im Sinne einer nachhaltigen Waldnutzung.
| Andere Personen | Autor: , Kontakt: Ulrike Lovett | |