Landschaftsbild, Österreich 2021
Wenn überhaupt, dann ist die Region um Murau in der Oberteiermark vor allem für ihre dichten Wälder und ihr Holz bekannt, für Bier und für das Skifahren. Aber hier gibt es neben wuchtigen Bergen auch beeindruckende Landschaften. Um die abgelegene Gegend zu erreichen, muss man freilich von der Bundesstraße abfahren. Die Gipfel hier sind stille Riesen, zu denen die Menschen ein enges Verhältnis haben. Niemand, der nicht seinen Hausberg hat.
Der Lieblingsberg von Elisabeth Kogler ist der Gstoder. Sie ist Bergwanderführerin und bringt den Gästen in der Region Natur und Berge näher. Schon als kleines Kind schleppten sie ihre Eltern mit auf die Berge, wo sie das kleine Mädchen dann die letzten dreißig Meter auf den Gipfel laufen ließen. Die kleine Elisabeth versuchte dann sofort, das Gipfelkreuz auszugraben, da sie damals noch nicht wusste, wozu dieses gut sein soll.
Die Menschen, die um den Greim leben, wissen, wozu ein Kreuz am Gipfel gut ist. Seitdem am Greim eines steht, hat es keine Hungersnot mehr gegeben. Und so war es für alle klar, dass man ein neues Gipfelkreuz aufstellen musste, als das alte im vorigen Jahr entfernt wurde. Der Film begleitet die Greimbauern bei einem Ereignis, das hier wohl nur alle fünfzig Jahre passiert: Sie tragen eine lebensgroße Christusfigur hoch zum Gipfel, um sie dort zu montieren.
Die Grebenzen besitzt drei Höhen und besteht aus Kalkstein. Der Berg ist nicht in der Lage, Wasser zu speichern. Das Wasser sickert hinunter ins Tal und tritt dort in der Leutschacher Ursprungsquelle zu Tage. Über 400.000 Liter sprudeln hier jede Stunde aus dem Boden. Ein paradiesischer Ort wie aus dem Märchenbuch.
Auf der Grebenzen beobachten wir die Bergrettung St. Lambrecht bei einer Übung und erfahren, mit welchem Idealismus alle Mitglieder bei der Sache sind.
Die Frauenalpe ist der Hausberg der Murauer. Hier betreiben Eddy und Elisabeth Frisch die Murauer Hütte, eine der bekanntesten Alpenvereinshütten in der Region. Vor acht Jahren haben die beiden hier mit ihren Kindern ein neues Zuhause gefunden. Der Zirbitzkogel ist mit 2.400 Metern Seehöhe die höchste Erhebung der Seetaler Alpen. Die Kräuterpädagogin Tina Rosenkranz ist zum ersten Mal auf dieser Seite des Berges unterwegs. Sie ist fasziniert vom großen Pflanzenreichtum in der Region.
In der Tonnerhütte zeigt uns die Wirtin Katharina Ferner, wie man Zirbenschnaps macht und der Jäger Johann Scheuerer erzählt von seinem Lebenshirsch.
Eine der bekanntesten Schigegenden ist das Lachtal. Hier betreiben die Bauern Anita und Josef Schmidhofer die Kleinlachtalhütte. Josef führt uns hinauf auf den Gipfel und erzählt uns vom Wind, der dort oben so stark sein soll, dass sogar kleine Steine durch die Luft fliegen. Für den Jäger und Mühlenbesitzer Franz Brunner war der starke Wind Inspiration für eine Pionierleistung. Er hatte - fast siebzigjährig - die Idee, hier einen Windpark zu errichten. Mit Hilfe seines Schwiegersohnes gelang es, Investoren zu überzeugen.
Der höchste Berg in der Region Murau ist der Preber. Mit 2.740 Metern Höhe ist er auch der herausforderndste der stillen Riesen. Achthundert Höhenmeter unter dem Gipfel steht die Grazer Hütte, die von Mai bis Oktober geöffnet ist. Hüttenwirt ist der Lungauer Christian Dengg. Der Lungauer führt die Hütte seit dreizehn Jahren.
Der Preber ist eine der markantesten Erhebungen in der Region, die man schon aus weiter Ferne sieht. Für die Menschen in der Krakau, einer Hochebene über Murau, ist er der Hausberg. Seine wahre Gewalt erfährt man aber erst, wenn man oben ist.
Der Film "Die stillen Riesen von Murau" zeichnet ein sympathisches Porträt der Berge und der Menschen, die auf ihnen leben und arbeiten. Und er zeigt, wie das Leben in der Höhe und der Blick in die Tiefe Menschen formt, die ohne ihre Berge nicht mehr sein wollen.
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