3sat
Zwischen uns die Wahrheit
Gesellschaft und Soziales, D 2026
Debatten über Corona, Kriege oder verborgene Interessen spalten nicht nur in Talkshows; sie belasten Familien und Freundschaften. Was bleibt, wenn jeder seine eigene Wahrheit hat?
Der Film begleitet Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise um Orientierung ringen - und fragt, warum Vertrauen in Medien, Politik und Institutionen schwindet und weshalb manche Menschen in alternativen Deutungsmustern Halt finden.
Statt vorschneller Zuschreibungen richtet der Film den Blick auf die Menschen hinter den Überzeugungen - auf Ängste, Hoffnungen, Widersprüche und die Sehnsucht nach Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt.
Fritz Düker ist Oralchirurg, Lokalpolitiker - und für viele in seiner Heimatstadt Offenburg eine Reizfigur. Seit der Corona-Pandemie tritt er öffentlich als scharfer Kritiker staatlicher Maßnahmen auf. Er ist überzeugt, Zusammenhänge zu erkennen, die andere übersehen, und hält unbeirrt an seiner Sicht auf gesellschaftliche Entwicklungen fest. Wegen des Ausstellens unrechtmäßiger Maskenatteste wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.
Trotz seines Misstrauens gegenüber etablierten Medien öffnet Düker dem Film die Tür zu seiner Welt: zu emotional aufgeladenen Stadtratssitzungen, Demonstrationen und einem spirituellen Retreat auf Kreta. So entsteht das Porträt eines Mannes, der für die einen mutiger Querdenker, für die anderen Verschwörungsideologe ist.
Cecilia ringt um die Beziehung zu ihrer Mutter - und um das Gefühl, sie an eine andere Wirklichkeit zu verlieren. Seit der Pandemie hat sich der Blick ihrer Mutter auf die Welt zunehmend verändert: Sie misstraut Medien und Institutionen, glaubt an alternative Erklärungsmodelle und hält Corona für eine Lüge.
Während Cecilia selbst politisch aktiv ist und mit Sorge auf gesellschaftliche Polarisierung blickt, spielt sich der schmerzhafteste Konflikt zu Hause ab. Der Bruch mit ihrer Mutter belastet sie. "Ich habe Angst, meine Mutter zu verlieren", sagt sie offen. Wie können Menschen sich noch nahe sein, wenn sie an völlig verschiedene Wahrheiten glauben?
Claudia kennt die Welt von Misstrauen und alternativen Wahrheiten aus eigener Erfahrung. Jahrelang war sie Teil einer christlichen Gemeinschaft, die in einem eigenen Onlinesender von "Satansritualen beim Euro-Vision-Song-Contest" und einer "geheimen Weltregierung" spricht - davon, dass "sämtliche Massenmedien in eine Freimaurerhand zusammenlaufen". Sie arbeitete selbst in der Redaktion mit. Staatlichen Institutionen und etablierten Medien misstraute sie damals.
Heute blickt sie mit Distanz auf diese Zeit zurück. Statt einfacher Antworten sucht sie nach Erklärungen: Warum war sie einst so überzeugt? Was gab ihr Halt? Und weshalb erscheinen manche Erzählungen so plausibel, dass Menschen bereit sind, selbst enge Beziehungen und ihr bisheriges Weltbild aufs Spiel zu setzen?
Der Film nähert sich dem gesellschaftlichen Konflikt nicht über Schlagabtausch und politische Zuschreibungen, sondern über persönliche Geschichten, Beziehungen und Widersprüche. Nah an seinen Protagonistinnen und Protagonisten und kritisch, ohne vorschnell zu urteilen, fragt "Zwischen uns die Wahrheit": Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir einander nicht mehr glauben? Warum verlieren Menschen Vertrauen - in Medien, Politik und einander? Und wie können Menschen wieder miteinander im Gespräch bleiben, wenn jede Seite überzeugt ist, im Besitz der Wahrheit zu sein?
Auf einer Meta-Ebene erweitert der Film den Blick: Gemeinsam mit der Transformationsforscherin Maja Göpel, dem Soziologen Hartmut Rosa, dem Philosophen Philipp Hübl und der Journalistin Nena Brockhaus geht "Zwischen uns die Wahrheit" grundlegenden Fragen nach: Was verstehen wir überhaupt unter Wahrheit - und wie entsteht sie? Warum schwindet Vertrauen? Welche Verantwortung tragen Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen in Zeiten wachsender Polarisierung? Und wie wollen wir künftig miteinander umgehen?
Weitere Ausstrahlungstermine
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Dienstag
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04.08.
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22:15 Uhr
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ZDF
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Personen
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Warum verlieren Menschen das Vertrauen in Institutionen - und suchen neue Gewissheiten? Hartmut Rosa blickt auf eine Gesellschaft im Gefühl von Kontrollverlust und Entfremdung
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Drei Lebenswelten, drei Wahrheiten: "Zwischen uns die Wahrheit" blickt hinter Überzeugungen - und auf die Menschen dahinter. Von links: Claudia, Cecilia und Fritz
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Auf Kreta sucht Fritz Düker in einem spirituellen Retreat nach Antworten - und stellt sich der Frage, wo die eigenen Gewissheiten an ihre Grenzen stoßen.
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Claudia war Teil eines verschwörungsideologischen Milieus. Heute blickt sie kritisch auf diese Zeit zurück und versucht zu verstehen, wie sie hineingeriet.
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Zwischen Liebe, Zweifel und Entfremdung sucht Cecilia einen Weg, die Beziehung zu ihrer Mutter aufrechtzuerhalten.
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Zwischen Freundschaft und Zweifel sucht Cecilia (M.) Halt - und ringt um die Beziehung zu ihrer Mutter, von der sie seit der Pandemie zunehmend entfremdet ist.
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Für Jenny vom "Bündnis gegen Rechts Offenburg" verbreitet Fritz Düker problematische Verschwörungserzählungen. Ihr Engagement gegen ihn führt sie auch vor Behörden und Gerichte.
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Zwischen Liebe, Zweifel und Entfremdung sucht Cecilia einen Weg, die Beziehung zu ihrer Mutter aufrechtzuerhalten - und zweifelt dabei nicht selten auch an sich selbst.
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Fritz Düker (r.) ist Stadtrat und Zahnarzt in Offenburg und in der Stadt umstritten: Für die einen Coronarebell, für die anderen Verschwörungstheoretiker.
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Fritz Düker während eines spirituellen Retreats auf Kreta. Auf der Suche nach Orientierung richtet sich sein Blick auch nach innen - auf mögliche blinde Flecken der eigenen Überzeugungen.
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Claudia war Teil eines verschwörungsideologischen Milieus. Heute blickt sie kritisch auf diese Zeit zurück und versucht zu verstehen, wie sie hineingeriet.
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Warum geraten gemeinsame Wirklichkeiten ins Wanken? Maja Göpel reflektiert die gesellschaftlichen Dynamiken hinter wachsender Polarisierung.
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