Kriminalfilm, USA 2000
In "Das Versprechen" steht Kommissar Jerry Black an der Schwelle zum Ruhestand. Ein letztes Mal lässt er sich überreden, einen Tatort zu besuchen: In einem abgelegenen Bergdorf wurde ein kleines Mädchen brutal ermordet. Der Fall scheint rasch gelöst, ein Verdächtiger gesteht - doch Black zweifelt. Am offenen Sarg der Toten gibt er den Eltern ein Versprechen: den wahren Täter zu finden.
Was zunächst wie Routine erscheint, entwickelt sich zu einer zerstörerischen Obsession. Jerry studiert die Zeichnungen des Mädchens, fährt immer wieder die einsamen Straßen der Region ab und konstruiert ein psychologisches Profil des Mörders. Er kauft eine Tankstelle an einer abgelegenen Kreuzung, in der Überzeugung, der Täter werde genau hier auftauchen. Gleichzeitig beginnt er eine vorsichtige Beziehung zu einer alleinerziehenden Mutter und ihrer kleinen Tochter - und verwischt dabei gefährlich die Grenze zwischen persönlichem Glück und beruflicher Fixierung.
Sean Penn erzählt diesen Thriller konsequent gegen die Erwartungen des Publikums. Statt auf schnelle Spannung setzt er auf atmosphärische Dichte, präzise Figurenzeichnung und moralische Ambivalenz. Jack Nicholson verkörpert Jerry Black als gebrochenen, verletzlichen Mann, dessen Jagd auf den Mörder nicht nur ein Kampf gegen das Böse, sondern auch ein Ringen mit den eigenen Dämonen ist. "Das Versprechen" ist ein kompromissloser, tief verstörender Film über Schuld, Zufall und die Frage, was ein Versprechen wert ist, wenn die Wahrheit sich entzieht.
Originaltitel: The Pledge
| Besetzung | Jack Nicholson | Jerry Black |
| Robin Wright | Lori (als Robin Wright Penn) | |
| Aaron Eckhart | Stan Krolak | |
| Sam Shepard | Eric Pollack | |
| Benicio Del Toro | Toby Jay Wadenah | |
| Vanessa Redgrave | Annalise Hansen | |
| Mickey Rourke | Jim Olstad | |
| Helen Mirren | Doktorin | |
| Regie | Sean Penn | |
| Andere Personen | Kontakt: Harald Steinwender | |
"Das Versprechen" (Originaltitel: "The Pledge") basiert auf dem gleichnamigen Roman von Friedrich Dürrenmatt, der bereits 1958 erschien und als bewusste Gegenreaktion auf herkömmliche Krimimuster gedacht war. Dürrenmatt stellte die Frage, was passiert, wenn der geniale Ermittler scheitert - und welche Tragödien daraus entstehen können. Sean Penn greift diesen Gedanken in seiner Verfilmung auf und verlegt die Geschichte in die kargen Landschaften Nevadas und Kaliforniens, die im Film eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Figuren.