Anzeige

Mo, 10.08.
0155 – 0330

arte

More than Strangers

Drama, Deutschland / Griechenland 2023

Fünf Menschen unterschiedlicher Nationalitäten teilen sich über Car Sharing eine Fahrt von Berlin nach Paris. Sie alle haben nur eine Erwartung an die Reise: entspannt und günstig an ihr Ziel zu gelangen. Als sich herausstellt, dass ein Passagier ein ernstes Problem mit seinem Aufenthaltsstatus hat, wird die gemeinsame Fahrt zu einem Spießrutenlauf zwischen Polizei- und Grenzkontrollen; und die heterogene Zufallsgemeinschaft muss sich fragen, wie weit ihre Solidarität untereinander geht. Patrick, der gerade in Berlin ist, will schnellstmöglich zu seiner hochschwangeren Freundin nach Paris. Um Kosten zu sparen, bietet er vier Personen eine Mitfahrgelegenheit an: George, DJ in Berlin ohne gültigen Aufenthaltstitel; Sophia, Griechin, die vor ihrem aufbrausenden Gatten zur gemeinsamen Tochter nach Paris flüchtet; Chris, der gern leicht benebelt durch die Welt zieht, und Julia, die gerade realisiert, dass ihr lässiger junger Arbeitgeber sie klassisch altmodisch ausbeutet. Schnell wird zwischen immer gleichen Autobahnabschnitten klar, dass die fünf Menschen der Zufallsfahrgemeinschaft wenig bis gar nichts verbindet. Als eine Polizeistreife den Wagen kontrollieren will, verschwindet George. Die Polizisten schöpfen Verdacht, können aber nichts Belastendes finden. Als Patrick den Wagen wenig später wieder auf die Autobahn steuern will, ist George plötzlich zurück. Sein fehlender Aufenthaltstitel wird zum gemeinsamen Problem und es stellt sich die Frage, wie solidarisch die vier anderen Reisenden mit einem sympathischen, aber auch etwas undurchsichtigen Mitfahrer sind. Der Mikrokosmos Auto, die babylonischen Sprachverwirrungen, die unterschiedlichen Temperamente und Sorgen - dem Zuschauer wird in "More than Strangers" schnell klar, dass es sich um eine Versuchsanordnung zum Zusammenleben im modernen Europa handelt. Die Mitfahrer kennen sich kaum, müssen immer wieder ins Englische wechseln, um sich verständlich zu machen; von den Sorgen und Nöten der anderen kriegen sie deutlich mehr mit, als ihnen lieb ist.

Personen

Besetzung Patrick
Smaragda Karydi Sophia
Julie Kieffer Julia
Samuel Schneider Chris
George
Wolfram Koch Wolfram
Samuel Finzi Robert
Mehdi Nebbou Mehdi
Regie Sylvie Michel
Drehbuch Sylvie Michel, Maria Teresa Curzio
Kamera Patrick Orth
Musik Kostantis Papakonstantinou
Produzent Thanassis Karathanos, Martin Hampel
Andere Personen Schnitt: Kate Williams

Hintergrund

Regisseurin und Drehbuchautorin Sylvie Michel gewann mit "More than Strangers" den Förderpreis Neues Deutsches Kino 2023 beim Filmfest München. "Auf kleinstem Raum gibt uns diese Inszenierung einen humorvollen Einblick in die kleinen und großen menschlichen Tragödien", so die Jury. "Durch klar gesetzte, bewusst zurückgenommene Gestaltung und die feine Inszenierung werden die Figuren zu Menschen und Freunden, die uns auf eine Reise zwischen Recht und Unrecht mitnehmen."