Oper, Österreich 2026
In der Neuproduktion der Salzburger Festspiele verkörpert Opernstar Asmik Grigorian Carmen als vielschichtige, starke Frau zwischen Freiheitspathos und Verwundbarkeit. Gabriela Carrizo inszeniert mit ihrer Compagnie Peeping Tom und Jonathan Tetelman (Don José) eine radikal zeitgenössische "Carmen" als verstörend aktuelle Geschichte von Femizid.
Souverän, verführerisch und unberechenbar: Asmik Grigorian spielt die Titelrolle in "Carmen" als vielschichtige und starke Frau: Diese Interpretation legt aber auch die Risse unter der ikonischen Oberfläche frei und lässt Carmens Freiheitspathos ebenso hörbar werden wie ihre Verwundbarkeit.
"Carmen" ist eine der populärsten Opern. Komponiert von Georges Bizet und uraufgeführt 1875 in der Opéra-Comique in Paris. Schauplatz der Handlung ist Sevilla. Das Libretto haben Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée verfasst. In über 150 Jahren wurde Carmen zum Symbol radikaler weiblicher Selbstbestimmung.
Dem bürgerlich-patriarchalen Besitzanspruch von Frauen abtrünnig, beansprucht Carmen in der Habanera und Seguidilla das Recht auf freie Partnerwahl. Ihre Unabhängigkeit und sexuelle Autonomie provozieren, und sie wird zu einer Projektionsfigur als Gegenentwurf zu Konvention und Zwang.
Die Inszenierung der Regisseurin und Choreographin Gabriela Carrizo rückt Carmen und Don José, gesungen von Jonathan Tetelman, gleichermaßen ins Zentrum. Mit ihrer Tanztheater-Compagnie Peeping Tom zoomt sie mit der typischen intensiven Körperlichkeit und der präzisen Bildsprache tief in die Psyche und das Unbewusste der Figuren. Sie zeigt familiäre Prägungen, gesellschaftliche Zwänge und die Dynamik eines toxischen Begehrens. So entsteht gemeinsam mit dem Utopia Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis eine neue "Carmen" zu den Salzburger Festspielen 2026 - eine verstörend aktuelle Geschichte von Femizid.
| Besetzung | Mingjie Lei | Le Remendado |
| Michael Arivony | ||
| Liviu Holender | ||
| Matthias Winckhler | Zuniga | |
| Anita Monserrat | ||
| Iveta Simonyan | Frasquita | |
| Davide Luciano | Escamillo | |
| Kristina Mkhitaryan | ||
| Jonathan Tetelman | ||
| Asmik Grigorian | Carmen | |
| Regie | Gabriela Carrizo, Michael Beyer | |
| Kostueme | Christof Hetzer | |
| Choreographie | Gabriela Carrizo | |
| Szenenbild | Szenenbild: Christof Hetzer | |
| Dirigent | Teodor Currentzis | |
| Andere Personen | Autoren: , Komponist/-in: Georges Bizet, Chorleitung: Regina Sgier, , Vitaly Polonsky, Chor: Salzburger Festspiele, Theater Kinderchor, Bachchor Salzburg, Utopia Choir | |
Bauten: Christof Hetzer Dramaturgie: Christian Arseni Libretto: Ludovic Halévy, Henri Meilhac Licht: Tom Visser Orchester: Utopia Orchestra