Drama, Frankreich 2024
Alma lebt allein in einem großen Haus im Zentrum von Bordeaux. Ihr Mann, ein angesehener Chirurg, verbüßt eine Haftstrafe. Seitdem ist ihr Alltag von Einsamkeit und Warten bestimmt.
Mina hingegen kommt aus einer Vorstadt von Narbonne, kümmert sich um ihre beiden kleinen Kinder und hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Auch ihr Mann sitzt im Gefängnis, verurteilt nach einem Raubüberfall. Als sich die beiden Frauen bei einem Besuch in derselben Haftanstalt begegnen, entsteht zwischen ihnen unerwartet Kontakt. Spontan lädt Alma die erschöpfte Mina in ihr Haus ein. Aus der Zufallsbegegnung wird bald mehr: Mina zieht mit ihren Kindern vorübergehend zu Alma, bekommt über sie eine Arbeit und kann ihrem inhaftierten Mann näher sein. Doch die neue Gemeinschaft zwischen den zwei ungleichen Frauen bleibt fragil. Denn trotz ihrer emotionalen Nähe trennen sie Herkunft, Lebensstil und die finanziellen Möglichkeiten. Während Alma versucht, ihr leeres Leben mit Fürsorge und Großzügigkeit zu füllen, kämpft Mina darum, unter wachsendem Druck die Kontrolle über ihr Leben zu behalten. Auch die Männer belasten die Beziehung der Frauen, selbst aus der Distanz.
Aus der ungewöhnlichen Konstellation entwickelt sich ein spannungsreiches Drama über Klassenunterschiede, Abhängigkeiten und die Sehnsucht, den eigenen Lebensumständen zu entkommen. Patricia Mazuy erzählt von dieser Begegnung mit Gespür für Zwischentöne und leisem Humor.
Originaltitel: La Prisonnière de Bordeaux
| Besetzung | Isabelle Huppert | Alma |
| Hafsia Herzi | Mina | |
| William Edimo | Yacine | |
| Noor Elasri | Noor | |
| Jean Guerre Souye | Julien | |
| Regie | Patricia Mazuy | |
| Drehbuch | , , Patricia Mazuy | |
| Kamera | Simon Beaufils | |
| Musik | Amine Bouhafa | |
| Produzent | Alice Girard, , Edouard Weil | |
| Andere Personen | Schnitt: Mathilde Muyard | |

Zwei Frauen (Hafsia Herzi und Isabelle Huppert, v.l.), zwei Leben, zwei Männer im Gefängnis und eine Begegnung, die alles verändert: ein Drama über Nähe und soziale Unterschiede
Patricia Mazuys Film wurde 2024 in Cannes in der Quinzaine des Cinéastes präsentiert. "La Prisonnière de Bordeaux" ist von einem Projekt inspiriert, das sich mit den Angehörigen von Inhaftierten und den oft übersehenen sozialen Räumen rund um Gefängnisse beschäftigt. In der Vorbereitung recherchierte Mazuy intensiv zum Milieu der Besuchshäuser und arbeitete mit betroffenen Frauen zusammen.