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Mo, 03.08.
2300 – 0040

arte

Die Löwin

Drama, Deutschland / Estland / Lettland 2024

Helena ist eine erfahrene Rettungssanitäterin, die es gewohnt ist, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch im eigenen Zuhause entgleitet ihr die Kontrolle. Ihre 15-jährige Tochter Stefi schwänzt die Schule, verschwindet des Nachts und gerät unter den Einfluss einer gewaltbereiten Clique. Während Helena Abend für Abend nach ihr sucht, zerreibt der Dauerkonflikt allmählich die ganze Familie. Vater Kaarel ist permanent bemüht, die Spannungen zu dämpfen; Stefis jüngerer Bruder Sander leidet unter der ständigen Unruhe und dem Mangel an Aufmerksamkeit. Als Stefi nach einer weiteren Grenzüberschreitung im Krankenhaus landet, trifft Helena eine radikale Entscheidung. Sie holt ihre Tochter ab und bringt sie in das abgelegene Landhaus der Familie. Dort will sie Stefi vor ihrem Umfeld schützen und zugleich die Beziehung zu ihr retten. Was als Rettungsversuch beginnt, wird zu einem sich aufschaukelnden Machtkampf zwischen einer Mutter, die ihr Kind nicht verlieren will, und einer Tochter, die sich jeder Vereinnahmung widersetzt. Im Verlauf des Films verschiebt sich der Blick von der äußeren Krise auf die seelischen Verwundungen beider Figuren. Nach und nach wird sichtbar, dass Stefis Absturz nicht nur mit ihrem gefährlichen Umfeld zu tun hat, sondern auch mit einer beschädigten Mutter-Tochter-Bindung. Liina Triskina-Vanhatalo erzählt dieses Familiendrama als psychologisch-analytische Annäherung, getragen von Katariina Unts und Teele Piibemanns intensiven Darstellungen.

Originaltitel: Emalõvi

Personen

Besetzung Katariina Unt Helena
Teele Piibemann Stefi
Ivo Uukkivi Kaarel
Joonas Mikk Sander
Margo Teder Priit
Elina Masing Mariann
Regie Liina Triskina-Vanhatalo
Drehbuch Liina Triskina-Vanhatalo
Kamera
Musik Nils Kacirek
Produzent Ivo Felt
Andere Personen Schnitt: Moonika Raidam

Hintergrund

Die estnische Regisseurin Liina Triskina-Vanhatalo verbindet in "Die Löwin" Familiendrama und psychologischen Thriller zu einer Studie über Fürsorge, Macht und vererbte Verletzungen. Der Film feierte seine Premiere beim Warsaw Film Festival 2024. Besonders eindrucksvoll ist die visuelle Gestaltung: Grelle Nächte, düstere Tage und die ländliche Isolation verdichten die seelische Enge der Figuren zu einer spürbar bedrängenden Atmosphäre.