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Fr, 31.07.
2315 – 0115

arte

Charlotte, eine von uns

Drama, Schweiz 2023

Charlotte ist 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Vater zurückgezogen im Trentino. Ihr Alltag spielt sich zwischen Garten, Wald und Tieren ab. Zugleich ist er geprägt von einer psychischen Beeinträchtigung. Charlotte lebt in der Welt ihrer eigenen Wahrnehmungen. Wenn die Angst sie überfällt, gerät ihre fragile Ordnung ins Wanken. Als ihr Vater nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wird, kehrt ihr jüngerer Bruder Leo nach zehn Jahren in das Dorf zurück. Zwischen den Geschwistern liegt eine problembehaftete Familiengeschichte, doch Leo erkennt, dass Charlotte fortwill, und nimmt sie mit in die Schweiz. Für Charlotte beginnt damit die erste Reise ihres Lebens. In der fremden Umgebung muss sie sich mit neuen Orten, unbekannten Regeln und anderen Menschen auseinandersetzen. Leo versucht, ihr ein anderes Leben zu zeigen und ihr Halt zu geben, stößt dabei jedoch immer wieder an Grenzen. Charlotte erlebt Momente der Leichtigkeit, knüpft vorsichtig Beziehungen und entdeckt neue Ausdrucksmöglichkeiten. Zugleich führen Enttäuschungen und Überforderung immer wieder zu Krisen, die das ohnehin angespannte Verhältnis der Geschwister auf eine harte Probe stellen. Rolando Colla erzählt diese Annäherung mit großer Empathie. Der Film verbindet Außenbeobachtung und subjektive Wahrnehmung, ohne Charlotte auf ihre Erkrankung zu reduzieren. So entsteht ein stilles, eindringliches Drama über Verletzlichkeit, Selbstbestimmung und den schwierigen Versuch, einander wirklich zu verstehen.

Personen

Besetzung Linda Olsanksy Charlotte
Miro Maurer Leo
Vilmar Bieri der Vater
Maria Rebecca Sautter Sue
Pavel
Marcel
Adele Neuhauser
Regie Rolando Colla
Drehbuch Linda Olsanksy, Rolando Colla
Kamera Nikolai von Graevenitz
Musik Nils Petter Molvaer
Kostueme Daniela Verdenelli
Produzent Claudio Giapponesi, Elena Pedrazzoli
Andere Personen Schnitt: Lukasz Chrusciel, , Rolando Colla

Hintergrund

"Charlotte, eine von uns" feierte im November 2024 Weltpremiere und wurde 2025 unter anderem bei den Solothurner Filmtagen sowie beim Trieste Film Festival gezeigt, wo der Film eine Special Mention erhielt. Rolando Colla nähert sich seiner Figur mit einer Inszenierung, die innere Wahrnehmung und äußere Realität behutsam verschränkt. Linda Olsansky trägt den Film mit einer körperlich wie emotional außergewöhnlich präzisen Darstellung.