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Mo, 27.07.
2310 – 0055

arte

Lost Country

Drama, Frankreich / Luxemburg / Serbien 2023

Stefan lebt allein mit seiner Mutter. Sie arbeitet als Pressesprecherin der Regierung von Slobodan Milosevic. Es gibt eine unausgesprochene Regel: keine Fragen zur Arbeit seiner Mutter. Stefan versucht, diese Regel zu akzeptieren, doch unter seinen Freunden wächst der Unmut gegen die autoritäre Regierung. Die jungen Leute protestieren friedlich; sie wehren sich gegen Wahlfälschungen und beklagen ihre desolate soziale Lage. Erst als der Bruder von Stefans Freund verhaftet wird, kippt die Stimmung, und Stefan kann die Rolle seiner Mutter nicht mehr ignorieren. Seine Freunde wollen von ihm die Wahrheit wissen, aber Stefan ist machtlos, denn seine Mutter hält an ihrer Regel fest. Stefan muss seinen Platz zwischen zwei völlig verschiedenen Welten finden: seiner Mutter, die ihn zu seinen Großeltern fährt und ihn liebt, und der Sprecherin, die es gutheißt, wenn friedliche Demonstranten von der Polizei zusammengeschlagen werden. Obwohl die Handlung im Serbien der 1990er Jahre angesiedelt ist, hat der Film eine beklemmende Gegenwartsrelevanz. Fragen nach Nationalismus, Ausgrenzung und politischer Radikalisierung wirken angesichts der aktuellen Entwicklungen in Europa brennender denn je.

Originaltitel: Izgubljena zemlja

Personen

Besetzung Jovan Ginic Stefan
Marklena
Miodrag Jovanovic Milan
Lazar Kovic Bogdan
Pavle Cemerikic Miki
Ana Simeunovic Hana
Regie Vladimir Perisic
Drehbuch Vladimir Perisic, Alice Winocour
Kamera Sarah Blum, Louise Botkay, Mathieu Giombini
Produzent Omar El Kadi, Janja Kralj, Nadia Turincev, Vladimir Perisic
Andere Personen Schnitt: Martial Salomon, Jelena Maksimovic

Hintergrund

Slobodan Milosevic wurde 2001 vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag in 66 Anklagepunkten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord und Kriegsverbrechen angeklagt, die er während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren begangen haben soll. "Lost Country" ist stark von den eigenen Erfahrungen von Vladimir Perisic geprägt, der die Proteste gegen das Regime selbst miterlebte. Der Film feierte 2023 in der Cannes-Sektion "Semaine de la Critique" seine Premiere. Hauptdarsteller Jovan Ginic gewann in Cannes den Preis für das beste neue Talent.