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Mo, 27.07.
0140 – 0320

arte

Quo Vadis, Aida?

Drama, Deutschland / Bosnien und Herzegowina / Montenegro 2020

Die Lehrerin Aida arbeitet während des Bosnienkrieges 1995 für die UNO als Dolmetscherin. Als die Truppen von General Mladic die Stadt Srebrenica umstellen, versucht Aida vergeblich, ihre niederländischen Vorgesetzten vom Ernst der Lage zu überzeugen. Anders als angekündigt bleibt die UN jedoch untätig - und Srebrenica wird eingenommen. Nach ersten Hinrichtungen flüchtet sich die Zivilbevölkerung in einen als UN-Schutzzone ausgewiesenen Industriekomplex. Doch erneut werden die niederländischen Blauhelm-Soldaten von der UN-Führung im Stich gelassen. Das Chaos in der Schutzzone führt zur überstürzten Räumung. Zusagen, dass niemand zu Schaden kommen würde, erweisen sich als wertlos. Im Chaos dieser drei Tage, zwischen Dolmetscherpflichten und medizinischer Notversorgung, versucht Aida verzweifelt, ihren Mann und ihre Söhne zu retten. Für die Aufarbeitung des Massakers von Srebrenica stützte sich Jasmila Zbanic auf das Erinnerungsbuch von Hasan Nuhanovic ("Under the UN Flag"), der als Dolmetscher Ähnliches erlebt hat wie die fiktionale Figur Aida. Der Film möchte nicht nur die Geschehnisse genau rekonstruieren und den Toten ein filmisches Denkmal setzen, sondern Aidas Rückkehr an den Ort der Verbrechen auch zeigen, um einer jungen Generation die Augen zu öffnen.

Originaltitel: Quo vadis, Aida?

Personen

Besetzung Aida Selmanagic
Boris Ler Hamdija Selmanagic
Izudin Bajrovic Nihad Selmanagic
Boris Isakovic Ratko Mladic
Dino Bajrovic Sejo Selmanagic
Raymond Thiry Major Franken
Juda Goslinga Leutnant Rutten
Johan Heldenbergh Oberst Karremans
Edita Malovcic Vesna
Regie Jasmila Zbanic
Drehbuch Jasmila Zbanic
Kamera Christine A. Maier
Musik Antoni Komasa-Lazarkiewicz
Produzent Damir Ibrahimovic, Jasmila Zbanic
Andere Personen Autoren: Hasan Nuhanovic, Schnitt: Jaroslaw Kaminski

Hintergrund

In "Quo Vadis, Aida?" hat Jasmila Zbanic zum zweiten Mal nach ihrem mit dem Goldenen Bären prämierten Debütfilm "Esmas Geheimnis - Grbavica" (2006) die Traumata des Bosnienkrieges zu einem emotional aufrüttelnden Spielfilm verarbeitet. Der Film wurde 2021 für den Auslandsoscar nominiert, gewann drei Europäische Filmpreise (Bester Film, Beste Regie, Beste Schauspielerin) und rund 40 weitere internationale Auszeichnungen. Anschließend wechselte Zbanic das Register und führte bei einer Folge der dystopischen HBO-Serie "The Last of Us" Regie.