Drama, Deutschland 2016
Hanni Schwaiger lebt mit ihrem Mann Sepp, ihren drei Kindern und ihrer Schwiegermutter auf einem Bauernhof in Bayern. Hier prägt weniger die Idylle als vor allem harte Arbeit den Alltag. Und dann sind da die Sorgen um Tochter Magdalena, die kaum noch isst, sich ständig erbricht, unter schweren Kopfschmerzen leidet und offenbar ihre Sehkraft verliert. Doch außer Hanni scheint niemand die Symptome ernst zu nehmen. Nicht Sepp, nicht die beiden Söhne, schon gar nicht die Schwiegermutter. Sie fühlen sich zunehmend von Hanni vernachlässigt. Auch die Ärzte glauben ihr nicht. Sie verschreiben Placebos wie etwa eine Brille mit Fensterglas.
Doch Hanni gibt so leicht nicht auf. Auf sich allein gestellt, bildet sie sich als Autodidaktin anhand medizinischer Fachliteratur weiter und lässt auf eigene Kosten die Wachstumshormone ihrer Tochter bestimmen. Das führt endlich zur richtigen Diagnose: Magdalena hat einen Hirntumor, der mittlerweile so groß ist, dass nur ein in New York praktizierender Chirurg noch die Operation wagen würde. Hanni nimmt ihren Mut zusammen und fliegt zu ihm. Tatsächlich gelingt es ihr, den Arzt und sein Team nach Deutschland zu holen.
Schon als junges Mädchen war Hanni ganz auf sich allein gestellt. Die ganze Dorfgemeinschaft und vor allem auch die eigene Mutter sahen weg, als sie missbraucht wurde. Nur ein Richter glaubte ihr Jahre später. Nach den schweren ärztlichen Versäumnissen an Hannis Tochter stellt erneut ein Gericht wieder Gerechtigkeit her ...
| Besetzung | Rosalie Thomass | Hanni Schwaiger |
| Romy Butz | Magdalena Schwaiger | |
| Florian Karlheim | Sepp Schwaiger | |
| Gisela Schneeberger | Schwiegermutter Erni Schwaiger | |
| Karolina Horster | Barbara als junge Mutter | |
| Gundi Ellert | Barbara als gealterte Mutter | |
| Richter 1 | ||
| Johannes Herrschmann | Richter 2 | |
| Jenny Ringsgwandl | Hanni als Kind | |
| Norman Hacker | Dr. Bergmann | |
| Regie | Hans Steinbichler | |
| Drehbuch | Christian Lex, Angelika Schwarzhuber | |
| Kamera | Christian Rein | |
| Musik | Sebastian Pille | |
| Kostueme | Caroline Sattler | |
| Redaktion | Daniel Blum, Olaf Grunert | |
| Produzent | ||
| Szenenbild | Szenenbild: Heike Lange | |
| Andere Personen | Schnitt: Christian Lonk, Bauten: Heike Lange | |

Magdalena (Romy Butz) ist für ihr Alter zu klein und schwach -? Hanni (Rosalie Thomass) ist sich sicher, dass ihre Tochter dringend Hilfe braucht.
Der mehrfach ausgezeichnete deutsche Regisseur Hans Steinbichler lässt mit "Eine unerhörte Frau" (2016) den ergreifenden Kampf einer Mutter für das Leben ihrer Tochter nach der Lebensgeschichte von Angelika Nachtmann nachempfinden. Im Jahr 2018 erhielt diese herausragende Produktion den Deutschen Fernsehpreis für den besten Film. Nach "Das Tagebuch der Anne Frank" (2016) feierte Steinbichler mit dem Drama seinen zweiten Kinoerfolg im selben Jahr. Schauspielerin Rosalie Thomass überzeugt in der Titelrolle. Ebenfalls 2016 bewies sie in der Hauptrolle von Doris Dörries "Grüße aus Fukushima" ihre faszinierende Ausdrucksstärke, die auch in "Eine unerhörte Frau" staunen lässt.