Satire, Deutschland 2024
Für die 19-jährige Jojo geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird an der Münchner Kunstakademie angenommen und darf in der Klasse des berühmten Professors Robert Copley studieren. Doch der ersehnte Aufbruch in die Sphäre der bildenden Kunst wird rasch zum Härtetest. Schon am ersten Tag wird ihr signalisiert, dass sie um ihren Platz kämpfen muss. Die idealistische Studentin gerät in einen Betrieb, der von Selbstinszenierungen geprägt ist; Bewunderung und Erniedrigung liegen oft dicht beieinander, beruhend auf einem Bewertungssystem, das kaum greifbar ist.
In einem toxischen Klima sucht Jojo nach ihrer eigenen künstlerischen Sprache. Intrigen und Missgunst prägen das Verhältnis unter den Studierenden, Freundschaften erweisen sich als brüchig und die Lehrenden nutzen ihre Macht auf unterschiedliche Weise aus. Ein Skandalprofessor überschreitet mit seinen Provokationen regelmäßig Grenzen; der charismatische Copley bleibt als gefeierter Mentor widersprüchlich und unberechenbar. Als Jojos Bilder verschwinden, im Umfeld der Akademie immer wieder ein unheimlicher Mann auftaucht und auch im Privaten Verluste und Enttäuschungen zunehmen, gerät ihr erstes Studienjahr zu einer Krise. Gerade daraus gewinnt ihre Arbeit jedoch eine neue Dringlichkeit.
Camilla Guttner erzählt Jojos Weg als satirisch gebrochenen Bildungsroman und als Blick in einen Mikrokosmos aus künstlerischem Streben und institutionalisierter Grenzüberschreitung. Der Film verbindet groteske Figuren und Milieubeobachtung mit einer zunehmend melancholischen Atmosphäre, die nachdenklich macht.
| Besetzung | Maja Bons | Jojo |
| Luise Aschenbrenner | ||
| Jean-Marc Barr | Prof. Robert Copley | |
| Andreas Lust | Prof. Norbert Roeg | |
| Isolde Barth | Elsa | |
| Christoph Luser | Richard | |
| Regie | Camilla Guttner | |
| Drehbuch | Camilla Guttner | |
| Kamera | Luca Bigazzi | |
| Musik | Ege Ateslioglu | |
| Produzent | Marcos Kantis, Korbinian Kalleder, Josef Brandmaier, Camilla Guttner | |
| Andere Personen | Schnitt: Beatrice Babin, Christian Bach | |

Professor Roeg (Andreas Lust) lässt eine seiner Studentinnen, Siri (Luise Aschenbrenner), den Boden bemalen ? bis zur Tür des Klassenraums, die er hinter ihr zuwirft und sie ermahnt, nie wieder zu seiner Klasse zu kommen.
Camilla Guttner, die vor ihrem Filmstudium an der Münchner Kunstakademie Malerei studierte, greift für "Die Akademie" auf eigene Erfahrungen zurück. Zwischen Satire, Künstlerinnenporträt und Coming-of-Age-Drama lebt der Film von der Innensicht der Regisseurin auf den Akademie-Kosmos und vom Unterhaltungswert der teils exzentrischen Nebenfiguren - alles anerkannte Künstler, deren Werke ebenfalls mitspielen. Die im Film von Jojo gefertigten Bilder stammen meist von der Regisseurin selbst. Für ihre Hauptrolle wurde Maja Bons mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.