Kriminalfilm, Frankreich / Italien 1970
Hélène ist eine unverheiratete Lehrerin in einer Kleinstadt im Südwesten Frankreichs. Sie ist die perfekte Dame: stets adrett gekleidet und in ihrem Handeln selbstbewusst und kontrolliert. Das ändert sich auch nicht, als sie Paul trifft, der von allen "Popaul" genannt wird. Er kehrt nach 15 Jahren aus dem Krieg zurück und nimmt den Betrieb der Dorfmetzgerei wieder auf.
Die beiden sind sich ihrer Sonderstellung im Ort als Unverheiratete bewusst und finden beim jeweils anderen Verständnis und Nähe. So verbringen sie immer öfter Zeit miteinander: Sie essen zusammen bei ihr zu Hause oder machen einen ausgiebigen Waldspaziergang - was den Klatsch des Dorfes nach sich ziehen kann. Während Popaul Hélène bald von seinen Gefühlen für sie erzählt, hält sie ihn aus Angst vor Verletzung auf Abstand. Trotzdem schenkt sie ihm zu seinem Geburtstag ein wertvolles Feuerzeug.
Kurz darauf findet Hélène bei einem Ausflug mit ihrer Schulklasse eine blutüberströmte Frauenleiche - und daneben liegt das Feuerzeug. Sie zieht den logischen Schluss, dass Popaul der Mörder sein muss. Unausgesprochen liegt diese Annahme von nun an zwischen ihnen. Hélène schwankt gegenüber Popaul zwischen Anziehung und Angst ...
Originaltitel: Le boucher
| Besetzung | ||
| Jean Yanne | Paul Thomas "Popaul" | |
| Antonio Passalia | Angelo | |
| Mario Beccara | ||
| Charles | ||
| Regie | Claude Chabrol | |
| Drehbuch | Claude Chabrol | |
| Kamera | Jean Rabier | |
| Musik | Pierre Jansen | |
| Produzent | ||
| Andere Personen | Schnitt: Jacques Gaillard | |

Hélène (Stéphane Audran) besucht Popaul (Jean Yanne) in seiner Metzgerei.
"Der Schlachter" scheint zunächst eine Milieustudie und verwendet viel Zeit auf die Vorstellung der einzelnen Charaktere. Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Film zu einem spannenden Thriller. Chabrols erzählerisches Talent spiegelt sich auch in den Drehorten: Während einer langen Autofahrt im Dunkeln hält Popaul einen Monolog über Blut - das Auto wirkt als hermetisch verschlossener Raum, in dem die menschlichen Abgründe ausgesprochen werden können. Meisterregisseur Chabrol drehte nicht weniger als 54 Spielfilme.