Drama, Frankreich / Belgien 2023
Vincent führt ein unauffälliges Leben als Grafikdesigner in Lyon. Doch sein Alltag gerät aus den Fugen, als ein Praktikant im Büro plötzlich brutal auf ihn losgeht. Kurz darauf folgen weitere Angriffe: Kollegen, Fremde, selbst zufällige Begegnungen auf der Straße werden zur tödlichen Bedrohung. Auslöser scheint jedes Mal ein Blickkontakt zu sein. Warum Menschen in Vincents Gegenwart wie von einem unkontrollierbaren Impuls erfasst werden, bleibt rätselhaft. Je mehr sich die Vorfälle häufen, desto stärker zieht sich Vincent zurück. Das Homeoffice bietet nur vorübergehend Schutz, denn die Gefahr lauert überall, wo Begegnungen im Alltag passieren.
Mittlerweile auf der Flucht entdeckt Vincent, dass er mit seinem Schicksal nicht allein ist. Auch andere Betroffene versuchen, sich der Gesellschaft zu entziehen und in digitalen Gemeinschaften Strategien des Überlebens zu entwickeln. Aus der individuellen Bedrohung wird eine allumfassende soziale Krise. Als Vincent unterwegs Margaux kennenlernt, verändert sich seine Situation grundlegend. Zwischen Vorsicht, Misstrauen und dem Wunsch nach Nähe entsteht eine Beziehung, die ihm neuen Halt gibt. Doch das Miteinander bleibt prekär, denn auch in der Zweisamkeit lauert Gewalt.
Stéphan Castang verbindet in seinem Spielfilmdebüt Paranoia-Thriller, Gesellschaftsparabel und Liebesgeschichte. Die Atmosphäre ist von Suspense, absurden Szenen und latenter Endzeitstimmung geprägt. Karim Leklou ("Die Geschichte von Jim") trägt die Handlung mit großer physischer Präsenz.
Originaltitel: Vincent Doit Mourir
| Besetzung | Karim Leklou | Vincent |
| Vimala Pons | Margaux | |
| Vincents Vater | ||
| Karoline Rose Sun | Audrey | |
| Regie | ||
| Drehbuch | Mathieu Naert | |
| Kamera | Manuel Dacosse | |
| Musik | John Kaced | |
| Produzent | Thierry Lounas, Claire Bonnefoy | |
| Andere Personen | Schnitt: | |

Mittlerweile auf der Flucht entdeckt Vincent (Karim Leklou), dass er mit seinem Schicksal nicht allein ist.
Stéphan Castangs Spielfilmdebüt feierte 2023 in der Semaine de la Critique in Cannes Premiere. "Vincent muss sterben" bewegt sich bewusst zwischen mehreren Genres und verbindet Anklänge an den Paranoia-, Zombie- und Survivalfilm mit burleskem Humor und romantischen Momenten. Castang setzt dabei auf eine konsequent durchgehaltene Bedrohungslage. "Vincent muss sterben" kann als zeitgenössische Parabel über soziale Gewalt, Isolation und die Zumutung menschlicher Nähe gelesen werden.