Drama, Deutschland / Frankreich / Slowenien 2023
Die erfolgreiche Dirigentin Nina lebt getrennt von ihrem Mann mit ihrem pubertierenden Sohn Lars zusammen. Ihr Beruf bestimmt einen wesentlichen Teil ihres Alltags. Gerade befindet sie sich mitten in den Proben für Gustav Mahlers Fünfte Symphonie und muss für das Orchester jederzeit erreichbar sein. Als Lars nach dem Tod einer Mitschülerin Verhaltensauffälligkeiten zeigt, weiß sie nicht, wie sie ihre Kapazitäten priorisieren soll, zeitlich, aber auch nervlich. Sie sucht das Gespräch mit Lars, was sich zwischen den ständigen beruflichen Telefonaten schwierig gestaltet.
Lars ist genervt von der mangelnden Aufmerksamkeit seiner Mutter und blockt gleichzeitig ihre Kontaktversuche ab. Auf Ninas verzweifeltes Angebot, einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen, geht er ein - aber nur unter der Bedingung, das Wochenende gemeinsam in ihrem Ferienhaus auf einer bretonischen Atlantikinsel zu verbringen. Trotz des beruflichen Drucks willigt Nina ein. In der winterlichen Atmosphäre der Insel, umgeben von rauer Natur und schroffen Einheimischen, sucht sie weiter den Kontakt zu Lars. Die Stille des Unausgesprochenen zwischen Mutter und Sohn lässt in Nina eine schlimme Vermutung aufkommen.
Hanna Slak inszeniert eine beinahe zerbrochene Mutter-Sohn-Beziehung vor der winterlichen Atmosphäre einer Atlantikinsel; die Stille dieses "ausgestorbenen" Ortes korrespondiert auf beeindruckende Weise mit dem Schweigen zwischen den Figuren. Ein langsam erzähltes Drama voller Suspense.
| Besetzung | Maren Eggert | Nina Palceck |
| Mehdi Nebbou | Alex Goff | |
| Jona Levin Nicolai | Lars | |
| Maryam Zaree | Barban | |
| Marko Mandic | Julijan | |
| Juliane Siebecke | Guenola | |
| Yura Yang | Yura | |
| Regie | Hanna Slak | |
| Drehbuch | Hanna Slak | |
| Kamera | Claire Mathon | |
| Musik | ||
| Produzent | ||
| Andere Personen | Schnitt: | |

Mit einem spontanen Ausflug ans Meer versucht Nina (Maren Eggert), die Verbindung zu ihrem Sohn Lars (Jona Levin Nicolai) wiederherzustellen ? doch es ist vergeblich.
Bemerkenswert an Hanna Slaks Inszenierung ist neben den atmosphärischen Naturaufnahmen, welche die Handlung unterstützen und weiterführen, auch die musikalische Stimmung. Durch die von Ninas Arbeit als Dirigentin bestimmte Musikauswahl - Mahlers Fünfte Symphonie und die Kompositionen von Amélie Legrand - entsteht beim Zuschauen der Eindruck einer Zuspitzung des Konflikts, ohne dass sich der Erzählstrang erheblich intensiviert. Die fehlende Aussprache zwischen Mutter und Sohn wird auf Musik und Landschaftsbilder verlagert, mit einer mitreißenden Wirkung.