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Die Wahrheit über Social Media - mit Jochen Breyer
Gesellschaft und Soziales, D 2026
Jochen Breyer recherchiert, ob Social Media außer Kontrolle geraten ist - und was Plattformen und Algorithmen mit Kindern, Jugendlichen und unserer Gesellschaft machen.
In einer Münchner Schule berichten Kinder schonungslos von Schlaflosigkeit, Gewaltvideos, Stress - verursacht durch Daueronlinezeit. Breyer spricht mit Ermittlern, Insidern und Betroffenen und recherchiert undercover, wie Plattformen Inhalte steuern.
Auf dem Schulhof erzählen die Schüler, dass sie zehn, elf, ja sogar 19 Stunden am Tag online sind. Ein Mädchen sagt: "Das Krasseste, was ich auf Social Media gesehen habe, sind Menschen, die sich das Leben nehmen." Handytrainer Daniel Wolff sagt: "Zehnjährige sehen Dinge, die Sie als erwachsener Mensch nicht ertragen. Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft langsam erkennen: So kann es nicht weitergehen. Wir leben in einem Notstand." Breyer trifft bei seinen Recherchen auch Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamts, und berichtet ihm, dass es kaum eine Radikalisierung mehr gibt, bei der Social Media keine Rolle spielt. Wie funktioniert der Algorithmus getriebene Hass?
Und wie kontrollieren die Plattformen selbst die Inhalte? Das Team recherchiert undercover. Breyers Fazit: "Die Content-Moderation, wie wir sie erlebt haben, ist eine Farce." Er reist in die USA. US-Präsident Trump und Vizepräsident J. D. Vance haben deutlich gemacht, dass sie die amerikanischen Tech-Plattformen schützen werden. Breyer diskutiert mit Kongressabgeordneten und MAGA nahen Influencern, die sagen: Eine Regulierung der Plattformen käme aus ihrer Sicht einer Zensur gleich, die die Trump-Regierung nicht hinnehmen werde. In Los Angeles trifft Breyer Menschen, die sich den Tech-Plattformen entschieden in den Weg stellen. Er spricht mit Julianna Arnold, deren Tochter Coco gestorben ist. Aus Sicht der Mutter auch, weil die Algorithmen der Plattformen sie krank gemacht hätten. Und er begleitet die Anwältin Laura Marquez-Garrett zum Superior Court. Dort stehen Google und Meta vor Gericht. Der Vorwurf: Sie hätten die Social Media Plattformen so gebaut, dass sie süchtig machen.
Eine besondere erzählerische Ebene schafft Anke Engelke: Als personifizierter Algorithmus - kühl, berechnend, allgegenwärtig - führt sie durch die Mechanismen der digitalen Welt und macht sichtbar, wie sehr der Algorithmus unser Verhalten beeinflusst.
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