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Mo, 01.06.
0025 – 0155

arte

D steht für Distanz

Dokumentarfilm, Finnland 2025

"Über das Universum ist mehr bekannt als über das Gehirn". Das fasst die Situation von Louis Petit zusammen. Er leidet an einer schweren Form komplexer Epilepsie, die Jahre seines jungen Lebens zerstört und seine Kindheitserinnerungen ausgelöscht hat. Louis' Eltern, die Filmemacher Christopher Petit und Emma Matthews, erzählen seine fortlaufende Geschichte anhand eines außergewöhnlichen Archivs mit Filmmaterial, das auch Aufzeichnungen seiner Anfälle enthält. Die Familie sieht sich mit der unnachgiebigen Bürokratie des maroden, britischen Gesundheitssystems konfrontiert und sucht anderswo nach provisorischen Lösungen - unter anderem in Rotterdam. Doch dies ist nur eine Ebene des autobiografischen Essayfilms. Das nicht realisierte Filmprojekt des Vaters über zwei US-Amerikaner, den Schriftsteller William S. Burroughs und den ehemaligen CIA-Chef James Angleton - beide süchtig, obsessiv und paranoid - bietet einen breiteren Rahmen, um die Verbindungen zwischen Technologie und Unterbewusstsein, Kapitalismus und der "inneren Realität" des Geistes zu untersuchen. Mit einer Vielzahl von Filmausschnitten, Heimvideos, Cartoons und Kunstwerken - darunter Louis' detailreiche Darstellungen seines "visionären" Zustands - erzählt "D steht für Distanz" von persönlichem Leid und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Der Dokumentarfilm ist düster, aber zugleich ein Leuchtfeuer der Hoffnung.

Originaltitel: D Is for Distance

Personen

Regie Christopher Petit, Emma Matthews