Drama, Deutschland / Finnland / Österreich 2025
Eine junge Journalistin will Jahrzehnte später verstehen, was 1942 in Finnland geschah und welche Rolle Abraham Stiller dabei spielte. Als sie ihn befragt, ringt der inzwischen alte Mann mit seinen Erinnerungen - und seinen Schuldgefühlen. Aus der Interviewsituation führen Rückblenden nach Helsinki: Ende der 1930er Jahre will das Land kaum noch jüdische Flüchtlinge aufnehmen. Stiller, eine zentrale Stimme der jüdischen Gemeinde Finnlands und Inhaber eines Mode- und Textilgeschäfts, verspricht Hilfe in Form von Arbeit, Papieren, Unterkunft. Er nimmt Menschen bei sich auf, nutzt seine Beziehungen und glaubt, mit Pragmatismus und Zuversicht das Schlimmste verhindern zu können. Sehr zum Unbehagen seiner Frau und jener Gemeindemitglieder, die lieber unsichtbar bleiben möchten. Mit dem Krieg verschärft sich die Lage. Antisemitische Stimmung dringt in den Alltag und in Stillers Geschäft. Die Staatspolizei interessiert sich zunehmend für Arbeitserlaubnisse und Herkunft. Während Stiller bei Beamten und Ministern interveniert, geraten einzelne Geflüchtete, wie Stillers Schützling Georg Kollmann, ins Fadenkreuz. Im Norden, in der Nähe der dort stationierten deutschen Truppen, müssen jüdische Männer unter härtesten Bedingungen arbeiten. Zugleich wird in Helsinki über "Lösungen" verhandelt, die zunächst die ausländischen Juden treffen sollen. Stiller versucht zu helfen, wird aber selbst zum Spielball eines Apparats, der Vertrauen ausnutzt und Fakten verdreht. Die Journalistin folgt schließlich den Spuren des einzigen Überlebenden und bringt Stiller dazu, sich seinen Schuldgefühlen zu stellen.
Originaltitel: Ei koskaan yksin
| Besetzung | Ville Virtanen | Abraham Stiller |
| Nina Hukkinen | Vera Stiller | |
| Satu Tuuli Karhu | Journalistin | |
| Rony Herman | Georg Kollmann | |
| Naemi Latzer | Janka Kollmann | |
| Rafael Simson Gouveia | Franz Kollmann | |
| Kari Hietalahti | Arno Anthoni | |
| Minister Tanner | ||
| Peter Kanerva | Kauhanen | |
| Carl-Kristian Rundman | Minister Horelli | |
| Alexander Jagsch | ||
| Regie | ||
| Drehbuch | Jimmy Karlsson, | |
| Kamera | ||
| Musik | Matti Bye | |
| Kostueme | Eugen Tamberg | |
| Redaktion | Claudia Cellarius, , Klaus Lintschinger, Julia Sengstschmid | |
| Produzent | Ilkka Matila | |
| Andere Personen | Autoren: Rony Smolar, Schnitt: Tambet Tasuja, Szenenbild / Bauten: Jaagup Roomet | |

Als der finnische Geschäftsmann Abraham Stiller (Ville Virtanen) von der Notlage jüdischer Flüchtlinge erfährt, denen die Einreise nach Finnland verweigert wurde, trifft er eine mutige Entscheidung.
"Nie allein" basiert auf wahren Begebenheiten und beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel finnischer Kriegs- und Erinnerungsgeschichte: den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen und die Zusammenarbeit staatlicher Stellen mit NS-Deutschland. Regisseur Klaus Härö arbeitet mit einer Rahmenhandlung im Interviewmodus, die Gegenwart und Vergangenheit kontrastiert und Schuld, Zeugenschaft und nationale Selbstbilder verhandelt.