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Mi, 06.05.
2255 – 0105

arte

Stars at Noon

Thriller, Frankreich 2022

Nicaragua, 2020: Wahlkampf und Covid-Pandemie. Trish ist als US-Journalistin ins Land gekommen, doch nun steckt sie fest. Ihr Pass ist weg, das Geld ebenso, und nach einem kritischen Bericht gerät sie ins Visier der Behörden. In einem Klima aus Willkür, Überwachung und latenter Gewalt versucht sie, sich mit Hilfe von Improvisation, Lügen und dem einzigen Pfand, das ihr bleibt, durchzuschlagen: mit Nähe als Währung, um an Dollars, Schutz und eine Möglichkeit zu gelangen, das Land zu verlassen. Im abgeschirmten Mikrokosmos eines internationalen Luxushotels sucht Trish nach einem Ausweg. Dort trifft sie Daniel, einen britischen Geschäftsmann, der sich als kultivierter Fremder zwischen Diplomatie, Wirtschaft und Geheimnissen bewegt. Trish hält ihn für ihre Rettung: jemand mit den richtigen Papieren, den richtigen Kontakten, dem richtigen Abstand zur nicaraguanischen Realität. Doch je näher sie einander kommen, desto deutlicher wird, dass auch Daniel eine Rolle spielt. Was als pragmatische, interessengeleitete Verbindung beginnt, entwickelt sich zu einer leidenschaftlichen Affäre, die Trish Halt gibt, sie aber zugleich tiefer in ein undurchschaubares Geflecht zieht. Als der Druck von außen wächst, versuchen beide, das Land zu verlassen. Auf dem Weg Richtung Grenze wird jede Begegnung zur Probe: Was ist ehrlich, was ist Manipulation? Was ist Begehren, was Strategie? Trish klammert sich an Daniel, weil sie ohne ihn kaum Handlungsspielraum hat und sich inmitten der Bedrohung ein flüchtiges Vertrauen bildet, das jederzeit zerbrechen kann.

Originaltitel: Stars at Noon

Personen

Besetzung Margaret Qualley Trish
Joe Alwyn Daniel
Benny Safdie Agent
Danny Ramirez Polizist
Nick Romano Leutnant
Regie Claire Denis
Drehbuch Claire Denis, , Andrew Litvack
Kamera Eric Gautier
Musik Tintersticks
Produzent Olivier Delbosc
Andere Personen Autoren: Denis Johnson, Schnitt: Guy Lecorne

Hintergrund

Das Drehbuch zu "Stars at Noon" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Denis Johnson (1986), den Claire Denis gemeinsam mit Léa Mysius und Andrew Litvack frei adaptiert und in die Gegenwart verlegt hat. Die Inszenierung bleibt bewusst andeutend, getragen von Margaret Qualley und Joe Alwyn in den Hauptrollen, während die Musik der Tindersticks den Zustand aus Sehnsucht, Rausch und Gefahr verdichtet. Der Film war bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2022 für die Goldene Palme nominiert und wurde mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.