Künstlerporträt, Frankreich 2024
Michelangelo (1475-1564) und Auguste Rodin (1840-1917): Jérôme Prieurs Dokumentation untersucht die Schaffensprozesse der beiden Bildhauer. Trotz eines zeitlichen Abstands von fast 400 Jahren verbindet ihre Werke eine ähnliche Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper - seiner Bewegung, Emotion und Form.
Die Dokumentation wirft einen neuen Blick auf die Werke: Die Kamera enthüllt die Materialität von Marmor, Gips und Bronze und verleiht den Skulpturen so eine fast lebendige Präsenz. Unterstützt wird dies durch Originaltexte - Briefe, Tagebucheinträge und Berichte von Zeitgenossen - wie Werkstattgefährten, Schriftsteller, Kritiker und Modelle - die Einblicke in die Arbeitsweisen der Künstler geben.
Prieur führt die Zuschauer an zentrale Orte des künstlerischen Schaffens: In Florenz zeigt er die "Accademia" und die "Basilica di San Lorenzo", in Paris den Louvre und das "Musée Rodin". Besonders eindrucksvoll ist Rodins "Villa des Brillants", sein einstiges Wohnhaus, in Meudon.
Ein zentrales Thema ist die Entwicklung beider Künstler hin zur Unvollendetheit. Michelangelos späte "Pietà"-Variationen und "Die Gefangenen" zeigen Figuren, die aus dem Stein herauszutreten scheinen. Rodin wiederum nutzte sein "Höllentor" als wahres Experimentierfeld. Die Entstehung emblematischer Werke wie "Der Kuss" oder "Der Denker" zeichneten sich bereits ab. Die Dokumentation lässt diese Werke für sich sprechen.
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Präzise Handarbeit: Michelangelos "Der sterbende Sklave" zeugt von der genauen Auseinandersetzung des Bildhauers mit dem menschlichen Körper.
Die Dokumentation wird anlässlich der Ausstellung "Michelangelo und Rodin - Living bodies", die vom 15. April bis 20. Juli 2026 im Louvre zu sehen sein wird, gezeigt.