Biografie, Deutschland / Frankreich / Italien 1994
Paris im Jahr 1572: Frankreich steht am Abgrund eines Religionskriegs. Die arrangierte Ehe zwischen Margarete von Valois und Heinrich von Navarra soll den Konflikt zwischen Katholiken und Hugenotten befrieden. Doch hinter den Kulissen spinnen Machtinteressen ein tödliches Netz. In der Nacht nach der Hochzeit eskaliert die Gewalt - die Bartholomäusnacht beginnt.
Im Zentrum des Films steht Margarete, eindrucksvoll verkörpert von Isabelle Adjani, eine Frau zwischen höfischer Pflicht, politischer Instrumentalisierung und persönlichem Begehren. Ihre leidenschaftliche Beziehung zu La Môle gerät in den Sog einer Welt, in der Loyalität lebensgefährlich ist. Patrice Chéreau inszeniert das Geschehen als sinnliches, düsteres Historiengemälde voller Exzesse, Blut und Emotionen - ein kompromissloser Blick auf Macht und Fanatismus.
Originaltitel: La reine Margot
| Besetzung | Isabelle Adjani | Margot |
| Virna Lisi | Katharina von Medici | |
| Jean-Hugues Anglade | ||
| Vincent Perez | La Mole | |
| Daniel Auteuil | Heinrich von Navarra | |
| Jean-Claude Brialy | Coligny | |
| Ulrich Wildgruber | ||
| Thomas Kretschmann | Nancay | |
| Claudio Amendola | Coconnas | |
| Argento Asia | Charlotte von Sauve | |
| Julien Rassam | ||
| Miguel Bose | Herzog von Guise | |
| Dominique Blanc | Henriette von Nevers | |
| Pascal Greggory | Herzog von Anjou | |
| Regie | ||
| Andere Personen | Kontakt: Harald Steinwender | |
"Die Bartholomäusnacht" ("La Reine Margot") gilt als einer der radikalsten und stilistisch markantesten Historienfilme des europäischen Kinos der 1990er-Jahre. Regisseur Patrice Chéreau verbindet historische Rekonstruktion mit einer fast körperlich spürbaren Inszenierung: Schlamm, Schweiß, Blut und Enge dominieren das Bild einer zutiefst zerrissenen Gesellschaft. Der Film basiert lose auf dem gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas, interpretiert die Vorlage jedoch deutlich düsterer und politischer. Isabelle Adjani erhielt für ihre Darstellung der Margarete von Valois internationale Anerkennung; der Film selbst gewann 1994 in Cannes den Preis der Jury. Bis heute beeindruckt "Die Bartholomäusnacht" durch seine schonungslose Darstellung religiöser Gewalt und seine zeitlose Warnung vor ideologischem Fanatismus.